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11. Mai 2020

And the Winner is ....

Welches ist das meistgeklickte Micro Teaching Video aus dem Modul Fertigungswirtschaft des Sommersemesters 2019?


Bechstein Manufaktur Seifhennersdorf
Foto: Andreas Merk für Bechstein Bechstein Manufaktur Seifhennersdorf

Das Sieger*innenvideo unserer Abstimmung steht fest: Das meistgeklickte Micro Teaching Video aus dem Modul Fertigungswirtschaft des Sommersemesters 2019 ist„Kanban am Beispiel der C. Bechstein Pianofortemanufaktur aus Seifhennersdorf“. Produziert wurde das Video von den Wirtschaftsingenieurwesen-Studierenden Teresa Seifert und Lucas Wenzel.

Nicht gesucht, aber gefunden

„Wir wurden nach dem Zufallsprinzip in Zweierteams eingeteilt“, erklärt Teresa. „Sonst hätten Lucas und ich wahrscheinlich nicht zusammengearbeitet.“ Enttäuscht waren die beiden über die Zuteilung aber nicht. „Wir kennen uns seit der Schulzeit und wussten, dass wir gut zusammenarbeiten können.“ Noch dazu kam mit Lucas der Bonus einiger Vorerfahrungen in puncto Videobearbeitung ins Team.


Dabei war die Aufgabenstellung bei der Gruppeneinteilung noch gar nicht bekannt und für beide eine große Überraschung. Während Teresa dem Auftrag, ein Lehrvideo über das Produktionsoptimierungssystem Kanban zu produzieren, zunächst eher skeptisch gegenüberstand, hat Lucas sich gefreut: „Ich fand’s super, endlich mal was Praktisches zu machen statt die üblichen Belege zu schreiben oder schriftliche und mündliche Prüfungen zu absolvieren.“

Auf dem Weg zum Traumberuf

Teresas Motivation kam aus einer ganz anderen Richtung. Allen Gruppen wurde freigestellt, ihr Lehrvideo an ein regionales Unternehmen zu koppeln. Für die gebürtige Seifhennersdorferin war das die perfekte Gelegenheit, bei der C. Bechstein Pianofortemanufaktur einen Fuß in die Tür zu bekommen. „Auf meinem Schulweg bin ich immer bei Bechstein vorbeigekommen und habe von der Straße aus gehört, wie drinnen die Klaviere gestimmt wurden“, berichtet sie lächelnd. Die musikalische 21-Jährige hatte bereits vor dem Modul Fertigungswirtschaft die Klaviermanufaktur für ihr Praxissemester im Auge.

Frau Professorin Keil, die Dozentin des Moduls, hat den Kontakt zum Produktionsleiter, Herrn König hergestellt. Der sagte, dass bei Bechstein das Kanban-System aktiv genutzt wird. „So kam irgendwie zufällig alles zusammen, dass unser Thema auch noch genau zu dem Betrieb gepasst hat, mit dem wir gerne zusammenarbeiten wollten“, reflektiert Teresa.

Damit war auch von Anfang an die Note am Ende des Moduls nicht das einzig Entscheidende. Den Ansprüchen des Betriebes zu genügen und dort einen positiven Eindruck zu hinterlassen war zumindest für Teresa genauso wichtig und sorgte für zusätzlichen Druck, ein gelungenes Video zu produzieren. Nach einem Besuch der Manufaktur waren sich Teresa und Lucas schnell einig über den Ton, den sie mit dem Video anschlagen wollten: ruhig und bestimmt, seriös, elegant und ästhetisch – eben so, wie sie Bechstein bei ihrem Besuch erlebt und empfunden haben, als eine Mischung aus klassischer Kunst und modernem Handwerk.

Learning by Doing

Trotz klarer Vorstellungen und eines detaillierten Drehplans stießen Teresa und Lucas aber zunächst auf Schwierigkeiten beim Dreh: „Die Kamera, mit der wir gefilmt haben, war für Video nicht wirklich geeignet. Das haben wir aber erst gemerkt, als wir uns unser Material zu Hause angeschaut haben und alles verschwommen und im falschen Format gedreht war. Also mussten wir noch mal hin. Zum Glück waren die Mitarbeiter von Bechstein total nett und haben uns noch mal filmen lassen“.


Beim zweiten Anlauf lief dann alles viel besser. „Wir wussten, wo wir was drehen wollten, was wir nicht filmen durften, um Betriebsgeheimnisse zu wahren und haben coole Details entdeckt, die wir beim ersten Mal übersehen haben“, erinnert sich Lucas. Da hat er von den Mitarbeitern der Hammerkopfabteilung auch gerne die ein oder andere liebevoll spöttelnde Bemerkung über einen frischen Sonnenbrand in Kauf genommen. „Das war für mich das beste am ganzen Semester, wie kollegial wir behandelt wurden und dass wir als Studenten angesehen wurden, die etwas Sinnvolles für das Unternehmen machen“.

Auch für Teresa war die Erfahrung im Betrieb prägend. „Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte weniger nervös an die Sache herangehen können. Die Leute bei Bechstein waren alle so nett, haben sich Zeit für uns genommen und alle Fragen beantwortet, die wir hatten.“ So hat sie im Laufe des Moduls auch Veränderungen an sich selbst wahrgenommen. „Ich war am Anfang so schüchtern“, gibt sie zu. Mit jeder Erfahrung im Betrieb wurde sie offener und gewann Selbstbewusstsein.

Lehrmodul mit Folgen

Das ist auch der C. Bechstein Pianofortemanufaktur nicht verborgen geblieben. Teresas Wunsch ist hat sich erfüllt: Sie absolviert zurzeit in dem Seifhennersdorfer Unternehmen ihr Praxissemester und hat den Auftrag, das Kanban-System zu aktualisieren und zu erweitern. Die Erfahrungen bei Bechstein haben sogar Einfluss auf ihre Freizeitgestaltung genommen. Vor kurzem hat sich Teresa ein E-Piano zugelegt und versucht, sich Klavierspielen beizubringen. Nach ihrer anfänglichen Skepsis angesichts der ungewöhnlichen Prüfungsform im Modul Fertigungswirtschaft hat sie überraschend auch Freude am Videodreh entdeckt. „Es ist was Besonderes, wenn man am Ende was Bleibendes und Vorzeigbares geschaffen hat, was für so viel mehr Leute interessant ist als ein schriftlicher Beleg, zum Beispiel.“

Lucas berichtet grinsend, dass sich die Qualität seiner Urlaubsvideos drastisch verbessert hat. Was Kanban betrifft, empfindet er sich nach dem Modul Fertigungswirtschaft quasi als Experte: „Das hat schon Eindruck gemacht – zu erleben, wie man Kanban in der Praxis tatsächlich einsetzt und wie damit gearbeitet wird, das geht viel tiefer als nur die Theorie. Und dann beim Videoschnitt, wo man sich alles immer und immer wieder anschaut, da hat es sich dann eingebrannt.“ Er wünscht sich mehr solcher abwechslungsreicher, praxisorientierter Lehrmodule.

 

Text: Christiane Matthieu

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