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Hochschule
30. Oktober 2019

Von Zittau nach Voi & von Voi nach Zittau

Vom 21. Bis 25. Oktober waren Dozent*innen der kenianischen Universität zur Weiterbildung zu Gast in Zittau am iTN.


Neben der wissenschaftlichen Arbeit standen ein Besuch beim Rektor und beim Oberbürgermeister auf dem Programm und rundeten den Besuch in Zittau ab.
Foto: HSZGNeben der wissenschaftlichen Arbeit standen ein Besuch beim Rektor und beim Oberbürgermeister auf dem Programm und rundeten den Besuch in Zittau ab.

Dozent*innen aus Kenia waren zur Weiterbildung im Rahmen des Studienganges "Process Engineering" der TTU in Kenia zu Gast in Zittau am Institut für Verfahrensentwicklung, Torf- und Naturstoff-Forschung (iTN). Der Austausch wird im Rahmen des Projektes Centre of Excellence for Mining, Environmental Engineering and Resource Management (CEMEREM) durchgeführt in welchem die HSZG seit 2014 als Projektpartner für den Part „Mechanische Verfahrenstechnik, Abfallwirtschaft und Umwelttechnik" vertreten durch Prof. Schoenherr mitwirkt. Dieser Besuch reiht sich in eine lange Tradition von Besuchen und Gegenbesuchen von Zittau nach Voi und von Voi nach Zittau ein.

Im Rahmen ihres Aufenthaltes konnten die zwei Lektor*innen der Taita Taveta Universität in Voi, Kenia, im Bereich Mechanische Verfahrenstechnik (Process Engineering) verschiedene Praktika am iTN in Zittau absolvieren, um so die Lehre und den Aufbau der Versuchsstände in Kenia begleiten zu können.

Titan, Gold und Eisen

Kenia hat ein großes Potential im Bereich Bergbau, die Erkundung von Bodenschätzen hat aber gerade erst begonnen. Das Land gilt immer noch als Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte wie z. B: Tee, Kaffee, Mais und Bohnen. Dennoch ist Kenia bereits ein weltweit bedeutender Exporteur von nichtmetallischen Mineralien wie Natriumkarbonat (drittgrößter Weltproduzent) oder Flussspat. Titan, Gold und Eisen werden bereits ebenfalls gefördert und exportiert. Die in der Küstenregion gefundenen Lagerstätten an seltenen Erden sind eine weitere Grundlage für die Weiterentwicklung des Bergbaus von derzeit 1% des Bruttoinlandsprodukts zu den anvisierten 6,5%. Dieses Ziel zu erreichen, erfordert nicht nur kompetente Bergbauexperten sondern auch Umweltingenieure, die die Entwicklung begleiten können und Lösungen für die Konflikte zwischen Bergbau, Umwelt und Natur finden. Hier spielen Forschung und internationaler Austausch eine ganz entscheidende Rolle.

Akademischen Kooperation mit ostafrikanischen Ländern

Die Zusammenarbeit der Hochschule Zittau/Görlitz mit der Taita Taveta Universität besteht seit Mai 2014. Prof. Schoenherr lehrt als Gastdozent die Fächer Mechanische Verfahrenstechnik, Aufbereitungstechnik, Abfallwirtschaft und Umwelttechnik. Die trilaterale Kooperationsvereinbarung ist Bestandteil eines Hochschulnetzwerks aus interessierten deutschen Hochschulen, vorzugsweise der HTW Dresden, der TU Bergakademie Freiberg und der Hochschule Zittau/Görlitz, und dient dem Aufbau einer akademischen Kooperation mit ostafrikanischen Ländern. Damit sollen neben der Entwicklungshilfe auch die internationalen Wirtschaftsbestrebungen der deutschen bzw. sächsischen Industrie unterstützt werden.

Eine Exkursion zur Firma SCHOLZ Recycling GmbH in Espenhain veranschaulichte den afrikanischen Kollegen den Stand der Recyclingtechnik in Deutschland. Neben der wissenschaftlichen Arbeit stand der Besuch des Rektors und des Oberbürgermeisters auf dem Programm und rundeten den Besuch von Herrn Eric Kinyua und Frau Phillis Mbinda in Zittau ab.

Afrikanische Gäste an der HSZG

Kinyua und Mbinda lehren beide an der Taita Taveta Universität in der Fakultät „Department of Mining & Mineral Processing Engineering“. Sie sind verantwortlich für den Aufbau der Laboratorien und den Einsatz von Geräten und Anlagen, die für die studentische Ausbildung des Masterstudienganges „Process Engineering“ in Kenia genutzt werden.  

Es gab in den letzten Jahren mehrere Besuche des Rektors und des Kanzlers der TTU Kenia in Zittau. Wissenschaftler des iTN nahmen an Tagungen in Kenia teil. Promotionsstudenten, die in Freiberg arbeiten, waren zu 20 Jahre Ingenieurhochschule Zittau eingeladen.

Eric Munene Kinyua
  • Lecturer for Mineral Processing, Extraction Metallurgy and Mine Environment
  • Department of Mining & Mineral Processing Engineering
  • TAITA TAVETA UNIVERSITY, Kenia

Academic degree

  • Master of Science in Minerals Engineering (University of Mines and Technology, Ghana. Graduated in 2016)
  • Bachelor of Science in Mining and Mineral Processing Engineering (Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology, Kenya. Graduated in 2012)
Phillis Mutheu Mbinda
  • Lecturer for Chemistry and Mineral Processing
  • Department of Mining & Mineral Processing Engineering
  • TAITA TAVETA UNIVERSITY, Kenia

Academic degree

  • Master of Science in Chemical Engineering
  • Bachelors Degree in Engineering and Technology Majoring in Chemical Engineering and Biotechnology
language
CEMEREM – 8. Afrikanisch-Deutsches Exzellenzzentrum

Ein Verbundprojekt der HTW Dresden (Projektleitung), der Taita Taveta University (TTU), der TU Bergakademie Freiberg und der Hochschule Zittau/Görlitz zur Entwicklung eines Zentrums für Bergbau, Umweltingenieurwesen und Ressourcenmanagement. Ziel des Projektes ist es, die für die geplante wirtschaftliche Entwicklung fehlenden jungen Ingenieure auszubilden und wissenschaftliche Zusammenarbeit und Forschung zu fördern.

  • Ziele

    Ein Verbundprojekt der HTW Dresden (Projektleitung), der Taita Taveta University (TTU), der TU Bergakademie Freiberg  und der Hochschule Zittau/Görlitz zur Entwicklung eines Zentrums für Bergbau, Umweltingenieurwesen und Ressourcenmanagement. Ziel des Projektes ist es, die für die geplante wirtschaftliche Entwicklung fehlenden jungen Ingenieure auszubilden und wissenschaftliche Zusammenarbeit und Forschung zu fördern.

    Ziele

    • Entwicklung entsprechender  Curricula (B.Eng., M.Sc. and PhD) um die praxisorientierte Ausbildung von Ingenieuren und Managern vor Ort  zu sichern,
    • Ausbildung einer neuen Generation von Bergbau- und Umweltingenieuren, Verfahrenstechnikern und Ressourcenmanagern für Industrie und Verwaltung,
    • Aus- und Weiterbildung des dafür an der TTU nötigen Lehrpersonals,
    • Einbeziehung von Industrie und Verwaltung um die Qualität der Programme zu gewährleisten und die zur Entwicklung der Wirtschaft notwendige Forschung zu koordinieren und durchzuführen
    • Verfolgung eines umfassenden Nachhaltigkeitskonzeptes, das soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt,
    • Entwicklung von Weiterbildungsangebote für Berufstätige der Region.


  • Programme
    • BSc Mining and Mineral Processing Engineering
    • MSc Mining Engineering
    • MBA Natural Resource Management
    • MSc Process Engineering
    • MSc Environmental Engineering
    • PhD Mining Engineering
    • PhD Process Engineering

     

  • Projekte
    • Autarke Trinkwasserdesinfektionsanlage für die Versorgung auf dem Campus sowie für  Lehre und Forschung
    • 3 Biogasanalgen für die Versorgung der Küchen mit Brennmaterial
    • 1 Biogasanlage für Forschung und Lehre
    • Agro-Photovoltaikanlage für die Forschung im Bereich Wasser-Boden-Energie
    • Pilotanlage zum Verarbeiten von Macadamianüssen
    • Entwicklung einer Online-Verkaufsplattform für Edelsteine
    • Nachhaltige Konzepte für Abwasser und Abfall auf dem Campus
    • Autarke Energieversorgung der TTU

     

  • Partner
    • Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden – Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Feistel (Projektleitung
    • Taita Taveta University, Voi, Kenia – Prof. Fred Simiyu Baras
    • TU Bergakademie Freiberg – Prof. Dr. Carsten Drebenstedt, Prof. Dr. Jan C. Bongaerts
    • Hochschule Zittau/Görlitz – Prof. Dr.-Ing. Jürgen I. Schoenherr
link
iTN - Institut für Verfahrensentwicklung, Torf- und Naturstoff-Forschung

Ein In-Institut der Hochschule Zittau/Görlitz in Kooperation mit dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau (IHI) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW).

 

Die Hauptarbeitsgebiete des iTN sind:
  • Bodenkunde und Geotechnik

    Schwerpunkte im Arbeitsprofil sind Geotechnik, Rekultivierung sowie Bodenkunde und der Einfluss der Vegetation.

     

  • Verfahrensentwicklung

    In der Verfahrensentwicklung steht die Erforschung und Entwicklung im Vordergrund, sowie Optimierung von Aufbereitungslösungen für die verschiedensten Ausgangsstoffe unter Verwendung der mechanischen Grundoperationen wie Zerkleinern, Trennen sowie Mischen und Agglomerieren, aber auch chemische oder thermische Prozesse.

     

  • Torf und Huminstoffe

    Im Schwerpunkt Torf und Huminstoffe liegt der Fokus auf der Qualitätsanalyse von Torf, der chemischen und toxikologischen/pharmakologischen Charakterisierung von Huminstoffen, sowie auf der Entwicklung von kosmetischen Produkten.

Ihr Ansprechpartner


Prof. Dr.-Ing.
Jürgen Schoenherr
Standort Zittau
Schwenninger Weg 1
Gebäude Z VII, Raum 129
03583 612-4804
Sprechzeiten
Montag 12:00 - 13:30 Uhr

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