Deutschlehrerinnen aus Ulaanbaatar besuchten die HSZG, um Erfahrungen zu Fachsprachen, Projektarbeit und internationaler Hochschulzusammenarbeit auszutauschen.
Wie wird Deutsch an einer technischen Hochschule in der Mongolei gelehrt? Welche Rolle spielen Fachsprachen, Projektarbeit und internationale Kooperationen? Und was können Hochschulen auf unterschiedlichen Kontinenten voneinander lernen?
Diesen Fragen widmete sich der Besuch von Batsuren Bishbat und Bolormaa Baljir an der Hochschule Zittau/Görlitz. Die beiden Deutschlehrerinnen der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT) in Ulaanbaatar waren im Rahmen eines durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützten Austauschs zu Gast an der HSZG.
Während ihres Aufenthalts erhielten sie vielfältige Einblicke in Studium, Lehre und Hochschulorganisation. Auf dem Programm standen Hospitationen in Lehrveranstaltungen, Gespräche mit Lehrenden und Mitarbeitenden, Besuche des Sprachenzentrums sowie hochschuldidaktische Austauschformate. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Studienkollegs der HSZG. Gemeinsam mit Ellen Leuschner tauschten sich die Gäste über den Lehrplan für Deutsch und die Fachsprachenvermittlung, die Vermittlung fachlicher Inhalte in deutscher Sprache (Mathematik, Physik und Chemie), Lehrmaterialien, den Einsatz digitaler Lehrangebote sowie die Ausbildung der Lehrkräfte aus. Besonders interessiert zeigten sich die Gäste an Fragen der Fachsprachenvermittlung, der Gestaltung projektorientierter Lehr-Lern-Szenarien und der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte im Studiengang Lehramt Oberschule mit Sonderpädagogik.
Ein Höhepunkt des Besuchs war die Teilnahme am Tag der Lehre 2026 in Görlitz. Unter dem Motto „Lernen für morgen – Hochschule als Gestaltungsraum nachhaltiger Zukunft“ diskutierten Hochschulangehörige und externe Gäste über die Zukunft der Hochschulbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Förderung von Zukunftskompetenzen. Für die beiden Deutschlehrerinnen bot die Veranstaltung die Möglichkeit, innovative Lehransätze kennenzulernen und mit Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitenden der HSZG ins Gespräch zu kommen.
Ich habe mich sehr darüber gefreut, die Deutschlehrerinnen aus der Mongolei am Tag der Lehre an der HSZG begrüßen zu dürfen. Als jemand, der selbst aus Polen kommt, teile ich die Begeisterung für die deutsche Sprache und weiß aus eigener Erfahrung, welche Chancen und persönlichen Wege sie eröffnen kann. Umso mehr hat mich der offene und herzliche Austausch beeindruckt. Die Begegnung hat einmal mehr gezeigt, wie Sprache Menschen, Kulturen und Länder miteinander verbindet. Solche Gespräche sind für mich eine große Bereicherung und ein wichtiger Beitrag zur internationalen Verständigung.
Neben den fachlichen Programmpunkten spielte auch der persönliche und kulturelle Austausch eine wichtige Rolle. In zahlreichen Gesprächen berichteten die Gäste über die Hochschullandschaft in der Mongolei, die Bedeutung der deutschen Sprache für Studierende technischer Studiengänge sowie über ihren beruflichen Alltag an der DMHT. Abgerundet wurde das Programm durch einen Besuch der Hochschulbibliothek. Dort erhielten die Gäste im Rahmen einer spontanen Führung Einblicke in die Bibliotheksangebote und kamen mit Mitarbeitenden über die Rolle wissenschaftlicher Bibliotheken in Studium und Lehre ins Gespräch. Gleichzeitig lernten sie die Oberlausitz, die Standorte Zittau und Görlitz sowie verschiedene Facetten deutscher Hochschulkultur kennen.
Daniel Winkler, Referent für Hochschuldidaktik an der HSZG und Koordinator des Besuchs, zieht ein positives Fazit:
Internationale Begegnungen wie diese zeigen, dass Hochschulen weit mehr sind als Orte reiner Wissensvermittlung. Sie schaffen Räume für Perspektivwechsel, kulturelles Lernen und persönliche Begegnungen – und genau darin liegt ein wichtiger Teil zukunftsfähiger Hochschulbildung.
Der Besuch fand im Mai 2026 statt und ist Teil der Zusammenarbeit zwischen der HSZG, der DMHT und der GIZ. Die Beteiligten auf beiden Seiten möchten den begonnenen Austausch weiterführen und künftig weitere gemeinsame Aktivitäten entwickeln.
Ein besonderer Dank gilt allen Personen, die den Aufenthalt ermöglicht und begleitet haben. Stellvertretend seien Irena Dudová (International Office HSZG), Dr. Lothar Kahnt, Dr. Lucie Koutková (Dezernentin Studium und Internationales HSZG), Ellen Leuschner (Leiterin Studienkolleg HSZG), Dr. Cristiano Marcellino (Leiter Hochschulsprachenzentrum HSZG) und Vertr.-Prof. Dr. Marc Weiland sowie die Lehrenden und Studierenden der HSZG genannt. Sie alle haben den Gästen Einblicke in Studium und Lehre ermöglicht.
Ebenso danken wir Sebastian Burghof, Projektmanager bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), sowie Erkhes Batbold und Soderdene Gansukh, GIZ und der DMHT, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die hervorragende Vorbereitung des Austauschs.
Die Deutsch-Mongolische Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT) in Ulaanbaatar wurde mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Sie bietet technisch orientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an und orientiert sich an internationalen Standards. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praxisnahen Ausbildung sowie der Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen und Unternehmen.