Impact Stories

Hier entsteht Raum für Wirkung

Forschung an der HSZG bewegt die Region und die Gesellschaft. An dieser Stelle präsentieren wir ausgewählte Impact Stories: Geschichten über Menschen, Durchbrüche und echte Veränderungen, die durch unsere Arbeit entstanden sind.

Sie forschen an der HSZG und haben eine Geschichte, die erzählt werden muss? Ein erfolgreiches Transferprojekt, eine Ausgründung oder eine gesellschaftliche Initiative? Lassen Sie uns die Wirkung gemeinsam sichtbar machen.

  • WELL CARE
    EU-Projekt stärkt pflegende Angehörige durch Erfahrung

    Viele Menschen kümmern sich Tag für Tag um einen nahestehenden Menschen und geraten dabei selbst an ihre Grenzen. Das Projekt WELL CARE möchte pflegende Angehörige unterstützen, damit Pflege im Alltag gesünder bewältigt werden kann.

    Pflege beginnt häufig leise. Erst wird beim Einkaufen geholfen, ein Arzttermin begleitet oder ein Formular ausgefüllt. Später kommen mehr Aufgaben hinzu: Körperpflege, Organisation von Diensten, Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, ständige Erreichbarkeit. Aus einzelnen Hilfen kann Schritt für Schritt eine intensive Verantwortung werden. Für Erholung, Beruf, Familie und die eigene Gesundheit bleibt dann oft wenig Raum.

    WELL CARE setzt genau hier an. In fünf europäischen Ländern, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Slowenien und Schweden, arbeiten Hochschulen und Universitäten gemeinsam mit Organisationen aus der Pflege und Interessenvertretungen zusammen. In jedem Land entsteht ein eigenes Angebot, das Angehörige oder beruflich Pflegende im Umgang mit Belastungen unterstützt. Diese Angebote werden mit rund 100 Teilnehmenden pro Land getestet und sollen langfristig über die beteiligten Organisationen weitergeführt werden.

    In Deutschland wird dafür der kostenfreie Onlinekurs „Mit Erfahrung stärken“ entwickelt. Er richtet sich an Menschen, die aktuell pflegen oder früher gepflegt haben. Sie bringen etwas mit, das kein Lehrbuch ersetzen kann: eigene Erfahrung. Im Kurs lernen sie, dieses Wissen gut weiterzugeben und andere pflegende Angehörige als geschulte Begleiterinnen und Begleiter zu unterstützen.

    Der Kurs umfasst sechs kompakte Module. Darin geht es unter anderem um Rechte pflegender Angehöriger, den Umgang mit seelischen Belastungen, Gesprächsführung und die Organisation von Selbsthilfe. Nach dem Kurs werden die geschulten Personen weiter durch Supervision begleitet.

    So entsteht Unterstützung auf Augenhöhe. Menschen, die Pflege aus eigener Erfahrung kennen, begleiten andere in einer ähnlichen Situation. WELL CARE zeigt damit, wie Pflege sozial nachhaltiger gestaltet werden kann: durch Wissen, Austausch und gegenseitige Ermutigung. Das Ziel ist klar: Pflegende Angehörige sollen ihre Pflegesituation selbstwirksamer und gesünder bewältigen können.

    Hier finden Sie mehr Informationen zu WELL CARE.

  • Gleichstrom statt Engpass
    Wie das DC-LabSaxony unsere Energiezukunft sichert

    Unser Stromnetz wird überlastet sein – doch die Lösung liegt in der Vergangenheit.

    Die Energieversorgung in Deutschland steht vor einer Mammutaufgabe: Immer mehr Strom wird benötigt – für E-Autos, Wärmepumpen und Industrieanlagen. Gleichzeitig stammt unser Netz noch aus dem letzten Jahrhundert. Das DC-LabSaxony der Hochschule Zittau/Görlitz und der TU Dresden zeigt, wie Gleichstrom (DC) diese Herausforderung meistern kann. Hier entsteht ein Reallabor, das die Energieversorgung von morgen möglich macht.

    Ein Netz, das nicht mehr mitkommt 

    Stellen Sie sich vor, Sie laden Ihr E-Auto – doch statt in einer Stunde ist es erst nach acht Stunden voll. Oder Ihre Wärmepumpe verbraucht so viel Strom, dass diese nicht versorgt werden kann. Genau dieses Problem haben wir heute: Unser Wechselstromnetz (AC) ist zunehmend überfordert. Es hat bei der Übertragung zu hohe Verluste, ist anfällig für Störungen und kann moderne Anforderungen nicht mehr erfüllen. Die Folge? Hohe Kosten, ineffiziente Nutzung und eine drohende Knappheit.

    Gleichstrom als Turbo für die Energiewende

    Doch es gibt eine Technologie, die all das lösen kann: Gleichstrom (DC). 
    DC ist nicht neu – aber heute relevanter denn je. Warum? 

    • Effizienz: DC überträgt Strom mit geringeren  Verluste von Wechselstrom (-15%) und gleichzeitig kann das 3-5 fache über das vorhandene Kabel übertragen werden
    • Flexibilität: Er lässt sich einfacher in moderne Systeme integrieren, etwa für Solar- oder Windenergie und benötigt dafür weniger Komponenten als Wechselstrom.
    • Zukunftssicherheit: DC-Netze sind ideal für E-Mobilität, Industrie 4.0 und dezentrale Energieversorgung.


    Ein Labor, das die Zukunft testet

    Im DC-LabSaxony in Zittau wird genau das erprobt: ein realitätsnahes Mittelspannungs- Gleichstromnetz, in dem Partner aus Wissenschaft und Industrie innovative Lösungen entwickeln. Hier wird getestet, wie AC- und DC-Netze intelligent kombiniert werden können. Dafür werden zum Beispiel neuartige DC-Leistungsschalter, Betriebsführungs-, Erdungs- und  Schutzkonzepte untersucht. Das Ziel? Ein Stromnetz, das mit den Anforderungen der Gegenwart und Zukunft Schritt hält – ohne teure Umwege oder unnötige Verluste.

    Warum das für uns alle wichtig ist 

    Dieses Projekt ist kein reines Forschungsvorhaben – es geht um unsere tägliche Energieversorgung. Ob zu Hause, in der Industrie oder unterwegs: DC macht Strom günstiger, zuverlässiger und nachhaltiger.

    Sie arbeiten an DC-Technologien oder verwandten Themen? Vernetzen Sie sich mit uns – wir freuen uns auf den Austausch.

    Das Projekt DC-LabSaxony wird von der Europäischen Union kofinanziert und durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts mitfinanziert.

    Hier finden Sie mehr Informationen zum DC-LabSaxony

  • Aus Müll wird Rohstoff
    CircEcon macht Kreislaufwirtschaft industriefähig

    Vier sächsische Hochschulen bündeln ihre Kompetenzen zum Thema Kreislaufwirtschaft am Industriestandort Schwarze Pumpe. Hier entsteht in der Lausitz ein Zentrum für das Recycling von Materialien, die heute schwer trennbar sind.

    Wo liegen die Rohstoffe, die wir in Zukunft nutzen? – Viele im Abfall! 

    Wo sind die Menschen, die Veränderung gestalten? – In der Lausitz!

    Die Notwendigkeit, Rohstoffe in Kreisläufen zu halten und damit wieder nutzbar zu machen für Kabel, Computer, Smartphones, ist bekannt. Aber die Umsetzung stellt uns immer wieder vor Herausforderungen - zum Beispiel die Wiederverwendung von Verbundwerkstoffen aus Metallen, Kunststoffen und Fasergeweben.

    Wie können wir Sensorsysteme zum Sortieren von Abfallströmen noch besser auf die neuen Materialien der Zukunft anpassen? Welche Demontageschritte sind notwendig, um Autos, Kühlschränke und Waschmaschinen bestenfalls vollautomatisch zu zerlegen und funktionstüchtige Ersatzteile zu gewinnen? Welche Prozesse helfen uns, bei der thermischen Verwertung von Abfallreststoffen den darin gebunden Kohlenstoff wiederzuverwenden? Lassen sich Recyclate (wiederverwendete Kunststoffe) in einer Standardmaschine verarbeiten? Antworten auf diese Fragen finden WissenschaftlerInnen aus Chemnitz, Freiberg, Dresden, Zittau und Görlitz, Unternehmen der Region und Experten bald gemeinsam am Standort von CircEcon, dem Industriepark Schwarze Pumpe. 

    Im CircEcon wird es Forschenden und NutzerInnen möglich sein, den kompletten Lebenszyklus dieser Materialien an einem Standort durchzuspielen – vom Shreddern übers Sortieren bis zum neuen Produkt. Dieses Vorgehen liefert uns wertvolle Erkenntnisse: Energieverbräuche oder den Einsätze von Betriebsmitteln und Personal. Neu entwickelte Anlagenkomponenten können im industrienahen Umfeld getestet und optimiert werden, ohne dass es zu Produktionsausfällen kommt.

    CircEcon bietet moderne Arbeitsplätze für Ingenieure und Naturwissenschaftler, die durch Kreislaufwirtschaft etwas bewegen wollen

    Mehr Informationen zu CircEcon gibt es hier.

  • Eine Revolution der Wärmeversorgung
    Nachhaltige Energie aus regionalen Gewässern

    „Wasser ist die Kohle der Zukunft.“ Diesen Satz schrieb der Visionär Jules Verne bereits im Jahr 1870. Heute, über 150 Jahre später, setzen wir dieses Zitat im Forschungsprojekt AQVA HEAT erfolgreich in eine technologische Revolution für unsere Wärmeversorgung um.

    Kern dieser Innovation ist ein faszinierendes physikalisches Phänomen, der sogenannte Tripelpunkt: Durch die Absenkung des Luftdrucks kurz über dem Gefrierpunkt wird Wasser in einen Zustand versetzt, in dem es gleichzeitig verdampft und Eiskristalle bildet. Diese physikalische Besonderheit nutzen wir, um eine völlig neue Art der Energiegewinnung zu erschließen. Die dabei freiwerdende Wärme wird für Heizzwecke – etwa in der Fernwärme – genutzt, während das entstehende Flüssigeis gleichzeitig zur effizienten Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden kann.

    Das Besondere daran: Als Energiequelle dienen ganz gewöhnliche Oberflächengewässer, wie der Fluss Mandau in der Stadt Zittau, in welcher das Projekt angesiedelt ist. Da man in Deutschland gerade vor der Frage steht, wie man die Wärmeversorgung schnell und effizient ohne fossile Energieträger realisiert, wird damit die Lösung direkt vor unsere Haustür geholt. Das System verspricht eine nachhaltige und ökologisch unbedenkliche Versorgung mit Wärme und Kälte, die selbst an abgelegenen Standorten unabhängig von großen kommunalen Infrastrukturen funktioniert.

    Aktuell wird das System über den gesamten Jahresverlauf getestet und seine Umweltverträglichkeit nachgewiesen. Damit wird der Weg von der akademischen Forschung hin zu einer großtechnischen Anwendung beschritten, die den Anteil fossiler Energien in unseren Städten und Gemeinden drastisch senken kann.

    Wir laden Sie ein, Teil dieser energetischen Zukunft zu werden, in der man tatsächlich mit Eis heizen wird. Ob als neugieriger Beobachter der Technik oder als potenzieller Partner für eine innovative Wärmeversorgung in Ihrer Gemeinde: Lassen Sie uns gemeinsam die Energie der Zukunft erschließen.

    Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie Energie und Klima des Freistaates Sachsen (FRL EuK 2023, SAB).

    Mehr Informationen zu AQVA HEAT gibt es hier.

    Ein Schauglas, auf dem Wasser nach Erreichen des Tripelpunktes zu sehen ist.
    Foto:Carla Schmidt Wasser nach Erreichen des Tripelpunktes: Was hier in diesem Schauglas der Versuchsanlage zu sehen ist, wird schon bald die kommunale Wärmeversorgung revolutionieren.
  • Können bestimmte Pflanzen die Felder gesünder machen?
    Überraschende Vielfalt auf dem Acker: Landwirtschaft & Naturschutz vereint

    Können konventionelle Felder echte Biotope sein? Ein Projekt der Hochschule Zittau/Görlitz zeigt: Ja! Das Video beleuchtet, wie Landwirte und Forscher im Landkreis Görlitz gemeinsam entdecken, dass auf einfachen Ausgleichsflächen oft unerwartet viele bedrohte Arten leben. Es geht um den spannenden Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Ökologie – und darum, wie durch Zusammenarbeit neue Wege gefunden werden, um die Natur zu schützen, ohne die Ernte zu gefährden. Ein kurzer Einblick in die Landwirtschaft der Zukunft!

    Können bestimmte Pflanzen die Felder gesünder machen?

  • Wie kann moderne Technik ältere Menschen und Pflegende unterstützen?
    Technik mit Herz? Innovationen für die Pflege von morgen

    Kann kalte Technik die warme Hand einer Pflegekraft ersetzen? Nein – aber sie kann sie stärken! Dieses Video zeigt, wie Hightech wie Exoskelette (stützende Anzüge) den körperlich harten Pflegealltag erleichtern kann. Im "Living Lab" in Görlitz wird diese Zukunft greifbar: Dort lernen Senioren und Pflegende, Berührungsängste abzubauen. Zudem wird der neue Technologie-Navigator vorgestellt, der hilft, im Dschungel der Hilfsmittel den Überblick zu behalten. Ein spannender Einblick darin, wie Technik den Menschen unterstützen soll, ohne ihn zu verdrängen.

    Wie kann moderne Technik ältere Menschen und Pflegende unterstützen?

  • Kann man den Alkoholwert im Atem messen?
    Pusten statt Pieksen? Revolution bei der Alkoholkontrolle

    Gehört die unangenehme Blutentnahme bei Alkoholverstößen bald der Vergangenheit an? Dieses Video stellt einen neuen, beweissicheren Atemalkoholtest vor, den die Hochschule Zittau/Görlitz unter die Lupe nimmt. Die Vorteile klingen vielversprechend: Der Test soll nicht nur schneller und günstiger sein, sondern sogar genauer als der klassische Bluttest und das ganz ohne Nadelstich! Das Ziel der Forscher ist ambitioniert: Eine Gesetzesänderung, die das "Pusten" als vollwertigen Beweis vor Gericht zulässt und so Polizei und Ärzte entlastet.

    Kann man den Alkoholwert im Atem messen?

  • Erlebnisse statt Konsum
    Glück durch Erleben statt Kaufen? Eine Vision für die Lausitz

    Sind wir Gefangene unserer Konsumgewohnheiten? Dieses Video der Hochschule Zittau/Görlitz nutzt das berühmte Höhlengleichnis, um zu zeigen, warum wir für eine glückliche Zukunft aus alten Mustern ausbrechen müssen.

    Die gewagte These: Vieles, was wir kaufen, ist nur Ersatz für ungelebtes Leben. Das Projekt erforscht, wie die Lausitz zum Vorreiter für einen neuen Tourismus werden kann – weg vom Massenkonsum, hin zu echter Erfahrung, Kreativität und Natur. Ein Plädoyer für Reisen, die nicht nur unterhalten, sondern nachhaltig wirken und verändern.

    Erlebnisse statt Konsum

  • Dank Robotern wieder mehr Zeit fürs Wesentliche
    Kollege Roboter: Tradition trifft High-Tech im Handwerk

    Stirbt das klassische Handwerk aus? Nicht, wenn es nach der Hochschule Zittau/Görlitz geht! Dieses Video zeigt, wie modernste Robotik uralten Traditionen wie der Textilindustrie neues Leben einhaucht.

    Die Botschaft ist klar: Der Roboter ist kein Job-Killer, sondern der perfekte Assistent. Er übernimmt das schwere Schleppen und die monotonen Handgriffe. Das Ziel? "Mehr Zeit fürs Handwerk" – damit sich die Menschen wieder auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: ihr Können, ihre Kreativität und die anspruchsvollen Aufgaben.

    Dank Robotern wieder mehr Zeit fürs Wesentliche