30. März 2026

Neuer Wind-PV-Baum auf dem Zittauer Campus

Die kombinierte Wind-Photovoltaik-Installation verbindet erneuerbare Energie und Bildung.

Auf dem Campus in Zittau der Hochschule Zittau/Görlitz wurde in der Zeit von Donnerstag, 26. März, bis Samstag, 28. März 2026, ein neuer Wind-Photovoltaik-Baum errichtet. Der knapp 10 Meter hohe Metallbaum vereint Generatoren für Wind- und Sonnenenergie in einem innovativen Demonstrationsobjekt und macht erneuerbare Energien im Campusalltag sichtbar und erlebbar.

Mit dem Wind-Photovoltaik-Baum erweitert die Hochschule ihre Infrastruktur für praxisnahe Wissenschaftskommunikation und stärkt zugleich ihr Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, Rektor Hochschule Zittau/Görlitz

Die Installation geht auf die Bildungsinitiative ZukLOS der Hochschule Zittau/Görlitz zurück. Der sogenannte Wind-Photovoltaik-Baum ist ein etwa zehn Meter hoher Metallbaum mit grünen, drehenden Generatoren für Windenergie sowie photovoltaischen „Blättern“ zur Nutzung von Sonnenenergie. Das System ist ans Stromnetz angeschlossen und liefert regenerative Energie. Gleichzeitig fungiert der Baum als anschauliches Lehr- und Demonstrationsobjekt für Schulen, Studieninteressierte und die Öffentlichkeit. Weitere Informationen zum Projekt finden sich im Rahmen der Bildungsinitiative ZukLOS im Handlungsfeld Campus 4 You.

Vielfältige Wissensvermittlung für Schülerinnen und Schüler

Durch seine besondere Bauweise ermöglicht der Wind-Photovoltaik-Baum eine vielfältige Vermittlung von Wissen, insbesondere im schulischen Unterricht oder bei Projekttagen. In der Physik lassen sich grundlegende Prinzipien der Energieumwandlung erklären, etwa der Einfluss der Höhe der Rotoren auf den Energieertrag, Zusammenhänge zwischen Strom, Spannung, Leistung und Energie sowie Aspekte wie Wirkungsgrad oder Maximum Power Point Tracking. In der Geographie wird das Zusammenspiel von Sonne, Wind und atmosphärischen Strömungen verständlich. 

Mathematische Fragestellungen können anhand von Häufigkeitsverteilungen von Windgeschwindigkeiten oder Ertragsprognosen behandelt werden. Auch informatische Themen wie die Auswertung von Messdaten, Datenvisualisierung mit Python oder Grafana-Dashboards bieten sich an. Darüber hinaus eröffnet der Wind-Photovoltaik-Baum Perspektiven für wirtschaftliche Betrachtungen wie Return on Investment, Produktlebenszyklen oder Energiebilanzen sowie für gesellschaftliche Diskussionen über Akzeptanz, Nachhaltigkeit und den Wandel von fossilen zu regenerativen Energiequellen.

Von der Idee zur Umsetzung

Für die inhaltliche Erarbeitung des Projekts zeichnen Egmont Schreiter von der Fakultät Elektrotechnik und Informatik sowie M.-Eng. Sebastian Braun vom Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM) verantwortlich. Von Letzterem stammt die Idee, die dann maßgeblich von Egmont Schreiter in die praktische Umsetzung überführt wurde.

Mit dem Wind-Photovoltaik-Baum schafft die Hochschule Zittau/Görlitz einen weiteren sichtbaren Baustein für die Verbindung von Forschung, Lehre und Transfer. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie innovative Technologien dazu beitragen können, komplexe Zukunftsthemen anschaulich zu vermitteln und junge Menschen für Wissenschaft und nachhaltige Energieversorgung zu begeistern.

Dipl.-Ing. (FH) Egmont Schreiter, Fakultät Elektrotechnik und Informatik

Sebastian Braun betont die gestalterische und inspirierende Dimension des Projekts: „Mir ist wichtig zu zeigen, dass grüne Energietechnik nicht nur notwendig, sondern auch inspirierend und ästhetisch sein kann. Der PV- und Windbaum soll Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Besuchenden vor Augen führen, wie viel Kreativität und Zukunftsdenken in erneuerbaren Energien steckt.“

Praxisnahe Lehre und Einblicke in die Energieversorgung

Seit Beginn des Vorhabens ist auch Prof. Dr. Cezary Dzienis in das Projekt eingebunden. Er sieht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten des Wind-Photovoltaik-Baums für Lehre, Forschung und Studienorientierung. Die kleine Windkraftanlage ist mit Messtechnik ausgestattet, sodass Betriebsdaten erfasst und gespeichert werden können. In Vorlesungen und Laboren lassen sich damit Netzrückwirkungen untersuchen, simulieren und berechnen. Die Anlage kann softwaregestützt skaliert werden, sodass Studierende praxisnah nachvollziehen können, welchen Einfluss Windenergie auf das Stromnetz hat und wie Stabilität und Netzsicherheit gewährleistet werden können.

Prof. Dzienis, seit 2022 Professor für Netzschutz und Intelligente Netzführung an der HSZG, betont die Bedeutung des Exponats für die Vermittlung komplexer Zusammenhänge:

Ich freue mich, dass bei der Bildungsinitiative ZukLOS ein so interessantes Exponat angeschafft und aufgebaut werden konnte. Sein Standort, neben dem Turbinenläufer vor den Türen der Hochschule, spricht für sich: Seit Jahren steigt der Anteil der regenerativ gewonnenen Energie im Stromnetz und senkt den fossilen Energieverbrauch. Das komplexe Zusammenwirken des Versorgungsnetzes und erneuerbaren Energien können Schülerinnen und Schüler in unserem Labor mit dem Echtzeitsimulator realitätsnah erkunden. Es zeigt sich wieder einmal, wie praxisnah das Studium an unserer Fakultät und Hochschule ist.

Prof. Dr.-Ing. Cezary Dzienis, Fakultät Elektrotechnik und Informatik

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Lehre ein und leisten einen Beitrag zur Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte im Bereich nachhaltiger Energiesysteme.

Teil der Bildungsinitiative ZukLOS

Der Wind-Photovoltaik-Baum ist Teil der Bildungsinitiative ZukLOS, die von Rektor Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch initiiert und zunächst von Prorektorin Prof. Dr. Sophia Keil begleitet wurde. „Ziel der Initiative ist es, innovative Lern- und Begegnungsorte zu schaffen, die Wissenschaft und Praxis miteinander verbinden“, erklärt der wissenschaftliche Leiter des ZukLOS-Bildungsprogrammes Christian Tiller. 

Als Teil der Bildungsinitiative ZukLOS wurde die Installation aus PMO-Mitteln finanziert. Diese für die Stärkung des MINT-Fachkräftenachwuchses vorgesehenen Mittel stammen aus dem Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR und konnten durch die Unterstützung der Landtagsabgeordneten Franziska Schubert bereitgestellt werden.

Neben dem Wind-Photovoltaik-Baum wurden bereits weitere Teilbereiche der ZukLOS-Initiative realisiert. Dazu gehören unter anderem das gemeinsam mit dem DLR entwickelte Schülerlabor DLR_School_Lab Hochschule Zittau/Görlitz, das AirLab als rollendes Schülerlabor für Projekttage an Schulen in der Region sowie ein Makerspace für Schülerinnen, Schüler und Studierende auf dem Zittauer Campus. Aktuell entsteht ein „grünes Klassenzimmer“ für ein Outdoor-Lern- und Sporterlebnis auf dem Campus in Zittau. Mit diesen Maßnahmen stärkt ZukLOS die Verbindung zwischen Hochschule, Schulen und Gesellschaft und fördert frühzeitig Interesse an Wissenschaft, Technik und nachhaltiger Entwicklung.

Foto: Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch
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