Mit dem Abschluss des Professorinnenprogramms III blickt die HSZG auf zahlreiche erfolgreiche Projekte im Bereich Chancengerechtigkeit, Familienfreundlichkeit und Förderung wissenschaftlicher Karrierewege zurück.
Mit einer Abschlussveranstaltung am 02. Juni 2026 im Celsiuz in den Mandauhöfen Zittau blickte die Hochschule Zittau/Görlitz auf fünf Jahre Professorinnenprogramm III zurück. Seit 2021 wurden zahlreiche zusätzliche gleichstellungsfördernde Maßnahmen umgesetzt, die Chancengerechtigkeit, Familienfreundlichkeit, gendersensible Hochschulkultur und die Förderung wissenschaftlicher Karrierewege nachhaltig stärken sollten.
Der Rektor der HSZG, Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, betonte bei der Veranstaltung:
Das von Bund und Ländern geförderte Professorinnenprogramm III hat an unserer Hochschule weit mehr bewirkt als einzelne Projekte. Es hat wichtige Impulse für eine chancengerechte, familienfreundliche und vielfältige Hochschulkultur gesetzt.
Sein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die diese Entwicklungen mit großem Engagement vorangetrieben haben. „Chancengerechtigkeit, Gleichstellung und Teilhabe bleiben zentrale gemeinsame Ziele unserer Hochschule. Wir wissen, dass es noch viel zu tun gibt. Deshalb wollen wir erfolgreiche Ansätze und Strukturen auch über das Projektende hinaus sichern und durch nachhaltige Verankerung weiterentwickeln“, ergänzt der Rektor.
Im Rahmen des Professorinnenprogramms III wurden an der HSZG mehrere Maßnahmenpakete umgesetzt.
Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung diskriminierungsfreier Stellenbesetzungs- und Berufungsverfahren. Dazu wurden Schulungs- und Informationsmaterialien zu unbewussten Vorurteilen (Unconscious Bias), Gender- und Diversitätskompetenz sowie zu rechtlichen Rahmenbedingungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes entwickelt. Ergebnis des Projektes ist unter anderem eine Handreichung für gendergerechte Stellenbesetzungs- und Berufungsverfahren.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Förderung der Genderforschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigten sich unter anderem mit Geschlechtergleichstellung im Strukturwandel, Genderaspekten in MINT-Fächern sowie der Integration von Genderperspektiven in Forschungsprojekte.
Zur Förderung von Wissenschaftlerinnen wurden verschiedene Maßnahmen zur Personalgewinnung und Personalentwicklung umgesetzt. Dazu gehörten die Beteiligung an der bundesweiten Kampagne „Die HAW-Professur – eine Karriere mit Wirkung“ sowie die Entwicklung eines Leitfadens für Personalauswahlgespräche. Darüber hinaus erfolgte eine Analyse des Bewerbungsprozesses. Auf dieser Grundlage wurde der Prozess „Mitarbeitende einstellen“ überarbeitet und zugleich für die spätere digitale Umsetzung im Rahmen der Einführung eines Bewerbungsmanagementsystems vorbereitet. Des Weiteren entstanden im Rahmen des Projekts Arbeitsunterlagen zur Erleichterung des Onboardings neuer Mitarbeitender.
Besonders sichtbar wurde die Entwicklung im Bereich Familienfreundlichkeit. Die Hochschule durchlief erfolgreich den Auditierungsprozess „familiengerechte Hochschule“ der berufundfamilie Service GmbH und erhielt im Juni 2024 das entsprechende Zertifikat. Seit Beginn des Prozesses wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, darunter die Stärkung mobiler Arbeitsmöglichkeiten, die Ausweitung von Online- und Hybridformaten, der Ausbau familienfreundlicher Studienbedingungen sowie die Entwicklung eines Hochschulgesundheitsmanagements.
Mit einer umfassenden Kommunikationsstrategie wurde die Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft, Forschung, Lehre und Hochschulmanagement gestärkt. Dazu gehörten Kampagnen zur Gewinnung von Studentinnen in MINT-Fächern, die gezielte Einbindung weiblicher Testimonials in Hochschulmarketing und Studienorientierung sowie verschiedene Publikationen und Medienformate. Beispiele sind die Sonderausgabe des Hochschulmagazins EINBLICK „Traumberuf Professorin?“, die Podcastreihe hi@hszg, Kampagnen für Frauen in MINT sowie die neue Broschüre zur Personalgewinnung “Lehren.Forschen.Leben. Für Wissenschaftlerinnen mit Vision”.
Mit dem Ende der Projektlaufzeit zum 30. Juni 2026 endet zwar die Förderung im Rahmen des Professorinnenprogramms III, viele der angestoßenen Entwicklungen sollen jedoch fortgeführt werden. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung diskutierten die Teilnehmenden deshalb gemeinsam, welche Maßnahmen bestmöglich dauerhaft an der Hochschule verankert oder weiterentwickelt werden sollten.
Das Professorinnenprogramm III hat in den vergangenen fünf Jahren zahlreiche Impulse für unsere Hochschule gesetzt. Besonders prägend war dabei die enge Zusammenarbeit vieler engagierter Kolleginnen und Kollegen aus Wissenschaft, Verwaltung und Hochschulleitung. Gemeinsam konnten wir Projekte umsetzen, und wichtige Grundlagen schaffen, um Chancengerechtigkeit, Familienfreundlichkeit und die Förderung wissenschaftlicher Karrierewege nachhaltig zu stärken. Ich freue mich, dass viele dieser Ansätze auch über die Projektlaufzeit hinaus weitergeführt werden.
Die vergangenen fünf Jahre zeigen: Gleichstellung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe sind keine Einzelaufgaben, sondern Querschnittsthemen, die die Zukunftsfähigkeit der Hochschule nachhaltig stärken.
Das Professorinnenprogramm wird seit 2007 von Bund und Ländern unterstützt und zielt darauf ab, die Gleichstellung von Frauen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu fördern.
Text: Cornelia Rothe