Zusammenfassung des Impulsvortrags „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Digitale Jugendbeteiligung in Sachsen“
Der Vortrag beleuchtet die zentrale Rolle der Kinder- und Jugendbeteiligung für eine lebendige Demokratie. Er differenziert Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensform und zeigt, dass Partizipation auf allen Ebenen erlernt und erfahrbar gemacht werden muss. Mithilfe der Partizipationspyramide nach Straßburger und Rieger wird zwischen Vorstufen (Information, Meinungsabfrage, Einholung von Lebensweltexpertise) und echter Beteiligung (Mitbestimmung, Teilautonomie, Selbstbestimmung) unterschieden; Jugendbudgets illustrieren hohe Beteiligungsgrade. Empirische Befunde – mit Fokus auf Sachsen – verdeutlichen: Kinder und Jugendliche wünschen sich besonders auf kommunaler Ebene mehr Mitbestimmung, kennen ihr Beteiligungsrecht jedoch oft nicht oder erleben dessen Missachtung. Institutionell gibt es in Sachsen positive Ansätze (z.B. Kinder- und Jugendbeauftragte), zugleich bestehen erhebliche Entwicklungsbedarfe (fehlende Landesstrategie, geringe Zahl an Jugendgremien). Digitale Formate werden als ergänzende, niedrigschwellige Werkzeuge – insbesondere im ländlichen Raum – diskutiert. Abschließend werden vier Kernforderungen herausgestellt: Beteiligung strukturell verankern, benachteiligte Jugendliche einbeziehen, lebensnahe Formate schaffen und erwachsene Entscheidungsträger zur Machtteilung befähigen. (quelle: https://yoggl.de/fachtag)