Innova.GEIST-Forschungsprojekt veröffentlicht Wissenschafts-Praxis-Podcast „Innovation in the mud“.
Wie gelingt der unmittelbare Transfer von Forschungsergebnissen in die regionale Praxis? Im Rahmen des Projekts Innova.GEIST hat die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) einen kreativen Weg beschritten: Der Interaction Room im Zittauer Innovationszentrum CELSIUZ wurde anlässlich eines Stakeholder-Meetings des Start-ups AQVA Synergy temporär zur Podcast-Station umgestaltet. Der Podcast „Innovation in the mud“ ist nun online abrufbar. In neun Folgen gibt er Aufschluss über Forschung zu und Entwicklung von technologischen und sozialen Innovationen innerhalb des Strukturwandels in der Lausitz.
Das Projekt Innova.GEIST – gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des WIR-Bündnisses (Wandel durch Innovation in der Region) – widmet sich einem aktuellen Thema: Wie können soziale und technologische Innovationen im Lausitzer Strukturwandel enger zusammen gedacht und gestaltet werden? Bisher stehen bei geförderten Strukturwandelprojekten vor allem wirtschaftliche und technologiebasierte Entwicklungen im Fokus. Die Potenziale sozialer Innovationen – wie neue soziale Praktiken oder gemeinschaftlich organisierte Lösungen – werden hingegen kaum adressiert. Dabei sind gerade diese Ansätze entscheidend, um Nachhaltigkeit umfassend und als gesellschaftlichen Auftrag zu verankern. Das transdisziplinäre Forschungsprojekt Innova.GEIST wurde vom TRAWOS-Institut (Institut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung) der HSZG in Kooperation mit der AQVA Synergy GmbH durchgeführt und lief von März 2024 bis Dezember 2025.
Teilnehmerinnen und -teilnehmer von Innova.GEIST haben im Rahmen des Projekts einen mehrteiligen Podcast produziert, der Forschungsergebnisse und Stimmen aus der Praxis und der Region zusammenführt. Durch die Umnutzung des Interaction Rooms im Zittauer Innovationszentrum CELSIUZ in eine sog. Pre-Launch-Podcast-Station wurde ein innovatives Transferformat erprobt, das niedrigschwellig und inklusiv den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördert. Gerade mit Blick auf die Diversifizierung der Kommunikationswege in transdisziplinären Projekten wird so ein Beitrag zu Partizipation und Teilhabe wissenschaftlicher Erkenntnisse im Strukturwandel geleistet.
Das HSZG-Team des Transferprojekts Saxony⁵ setzte die Podcast-Produktion im Zittauer CELSIUZ mithilfe einer Dolmetscheranlage um – so konnten regionale Akteure direkt vor Ort in Audioform an den Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben, die im Forschungsprojekt entstanden sind. Der Podcast entstand in Zusammenarbeit mit dem Podcast-Produzenten und Story-Consultant Jan Schilling vom Akustikwerk in Dessau.
Das Projekt untersuchte, wie soziale Innovationen als gleichwertiger Bestandteil von Regionalentwicklung etabliert werden können. Soziale Innovationen – verstanden als neue soziale Praxis – stellen gesellschaftliche Bedürfnisse und Herausforderungen in den Vordergrund, die durch technische Lösungen alleine nicht ausreichend adressiert werden. Beispiele wie Mitfahrerbanken oder genossenschaftlich organisierte Bürgerheizkraftwerke zeigen: Technische und soziale Innovationen entfalten ihre höchste Wirkung im Verbund.
„Zentrales Anliegen des interdisziplinären Projekts Innova.GEIST ist es, aus sozialwissenschaftlicher Perspektive den Innovationsbegriff zu überprüfen. Wir wollen zeigen, wie soziale und technologische Innovationen zusammengehen und warum es strukturwandellogisch und damit auch wirtschaftlich sinnvoll ist, beide Dimensionen im Blick zu haben – weil sie sich oft gegenseitig verstärken, um erfolgreich sein zu können. Wir hoffen, dass unser Projekt dazu beiträgt, Innovationsregime der Region positiv zu beeinflussen und nachhaltige Lösungen für den Strukturwandel zu gestalten“, unterstreicht Dr. Julia Gabler vom TRAWOS-Institut.
Die Erfahrungen im Projekt und bei der Podcast-Station belegen: Die bewusste Verknüpfung von technischen und sozialen Innovationswegen fördert nicht nur die Akzeptanz nachhaltiger Lösungen, sondern stärkt auch das wechselseitige Verständnis und Gemeinschaftsgefühl in der Region Lausitz. Eine Verstetigung solcher partizipativen Formate in der Hochschullandschaft bildet die Grundlage für zukunftsorientierte, sozial-ökologische Innovationsstrategien.
Der Podcast ist eine Produktion von Jan Schilling (Akustikwerk, Dessau) und Anja Mutschler und Dr. Julia Gabler vom TRAWOS Institut. Alle Teile des Podcasts sind auf folgenden Plattformen abrufbar: Podigee, Spotify und Apple Podcasts.
Mit kreativen Transferformaten wie der temporären Podcast-Station im CELSIUZ trägt die HSZG dazu bei, Forschungswissen sichtbarer, erlebbarer und wirkungsvoller in die regionale Entwicklung einzubringen – und damit auch die Innovationskultur in der Lausitz zu bereichern. Das Innovationszentrum CELSIUZ und seine in der Lausitz einmalige Infrastruktur stehen allen Forscherinnen und Forschern und Unternehmen offen. Das Team von Saxony⁵ unterstützt Sie vor Ort gerne bei Ihren Transfervorhaben und freut sich auf Ihre Anfrage.