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16. April 2026

Bestens vernetzt in der Halbleiter-Zukunftstechnologie

HSZG stellt dem Global Player TSMC und dessen Tochterunternehmen ESMC neue Halbleiter-Studiengänge vor.

Im Herbst 2026 starten an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) die neuen Studiengänge „Mechatronics for Manufacturing“ und „Halbleiterprozesse und Materialchemie“. Im Februar 2026 stellte die HSZG diese Studiengänge dem Global Player TSMC und dessen Tochterunternehmen ESMC vor. 

„Der Freistaat Sachsen ist Europas größter Standort für Informations- und Kommunikationstechnologien und Mikroelektronik. Jeder dritte in Europa produzierte Chip trägt den Aufdruck ´Made in Saxony´“, berichtet die Wirtschaftsförderung Sachsen. Die Unternehmen Robert Bosch GmbH, GlobalFoundries Inc., Infineon Technologies AG und ab 2025 bzw. 2027 auch die Jenoptik AG und TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) betreiben in Dresden einige der modernsten Produktionsstätten für Mikrochips und Halbleiter. Der Standort Dresden-Rähnitz ist zugleich derzeit Sachsens größte Baustelle. Das Joint Venture ESMC – European Semiconductor Manufacturing Company – (beteiligt sind TSMC, Bosch, Infineon, NXP Semiconductors) will dort 5.000 Arbeitsplätze schaffen und ab 2027 die Standorte Europa und Asien enger miteinander verzahnen – für sowohl wegweisende Zukunftstechnologien, Innovation als auch regionale und internationale Wettbewerbsstärke.

Hochschule Zittau/Görlitz mit zwei neuen Studiengängen im Bereich Halbleitertechnik 

Die Halbleiter-Industrie ist ein „Pull-Faktor“ sowohl für Unternehmen, Kommunen als auch für Wissenschaftsinstitutionen. Ostdeutschland und der Freistaat Sachsen haben aus dem oftmals Michail Gorbatschow zugeschriebenen Zitat „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ offensichtlich gelernt. Und die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) hat durch den Aufbau von neuen Studiengängen im Bereich der Halbleiterindustrie zeitnah und proaktiv reagiert und sich sehr gut positioniert für die passgenaue Ausbildung von zukünftigen nationalen und internationalen Fachkräften in der Halbleiterbranche.

So wurden gemeinsam mit dem Landkreis Görlitz in der Vergangenheit internationale Austauschformate wie der Taiwan-Tag 2024 und die Internationale Wirtschaftskonferenz 2025 initiiert. Im September 2025 und Januar 2026 folgten Delegationsreisen zusammen mit der sächsischen Wirtschaft, Wissenschaft und Landespolitik nach Asien – insbesondere nach Taiwan und in weitere asiatische Länder. Ein weiteres Asset: Im Rahmen ihrer High-Tech-Strategie entwickelt die Hochschule derzeit zwei neue, praxisnahe Bachelorstudiengänge: Halbleiterprozesse und Materialchemie“ sowie „Mechatronics for Manufacturing“. Die Studiengänge starten im Herbst 2026 – ein passender Moment somit im Februar 2026, um diese Studiengänge dem Joint Venture ESMC und dessen Mutterkonzern, dem taiwanesischen Halbleiterriesen TSMC, vorzustellen. 

Studiengang „Mechatronics for Manufacturing“

Der Studiengang „Mechatronics for Manufacturing“ setzt auf die vernetzte und digitale Fertigung von morgen. Weitere Inhaltspunkte: a) eine Ausbildung der nächsten Generation von Ingenieurinnen und Ingenieuren in den Bereichen Robotik, Mechatronik und digitale Fertigung in der Halbleiterproduktion, b) die Entwicklung von Fachkräften, welche Technologie, praktische Erfahrung und Internationalität vereinen, c) die Befähigung von Studierenden zur Entwicklung innovativer mechatronischer Systeme und Robotiklösungen, d) der Aufbau eines internationalen Kompetenznetzwerks durch enge Verzahnung von akademischer Ausbildung und praktischer Erfahrung und – last but not least – e) der Zugang für Unternehmen zu hochqualifizierten Nachwuchskräften und innovativen Ideen. 

Eine Besonderheit von „Mechatronics for Manufacturing“ ist seine binationale Struktur und die Kooperation mit der Technischen Universität Liberec (TUL) in Tschechien. Studierende können einen Doppelabschluss beider Hochschulen erwerben. Zittau ist Studienort für die ersten drei Semester – die Unterrichtssprache ist Deutsch. Im vierten und fünften Semester wechseln Studierende den Standort und studieren auf Englisch. Diese internationale Ausrichtung stärkt die Sprachkompetenz und bereitet angehende Absolventinnen und Absolventen auf Tätigkeiten in global agierenden Unternehmen vor.

„Die Halbleiterindustrie gilt als Schlüsselbranche der digitalen Transformation und ist im sogenannten Silicon Saxony durch zahlreiche Halbleiterunternehmen und deren Zulieferer vertreten. Für die HSZG eröffnet die Kooperation mit führenden Halbleiterunternehmen beim Start des Studienganges ´Mechatronics for Manufacturing´ den Zugang zu modernster Technologie und etabliert die Hochschule als relevanten Partner in einem globalen Zukunftsmarkt. Der Informationsautausch ermöglicht es der HSZG, die halbleiterspezifischen Studieninhalte zu schärfen und dem fachlichen Bedarf der Halbleiterindustrie anzupassen“, fasst Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kästner, Hochschullehrer und Studiengansleiter in der Fakultät Elektrotechnik und Informatik der HSZG, die Charakteristika des Studiengangs zusammen. 

Studiengang „Halbleiterprozesse und Materialchemie“ 

Der Studiengang „Halbleiterprozesse und Materialchemie“ verbindet grundlegende wissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten mit spezifischen, in der Halbleiterindustrie benötigten Fertigkeiten. Zusätzlich zu den Grundlagen werden in Modulen spezifische Kenntnisse über Halbleiterprozesse vermittelt, die sowohl die chemisch-physikalischen Prozesse der Halbleiterfertigung als auch logistische Steuerungsprozesse umfassen. Der Studiengang richtet sich an alle, die naturwissenschaftliches Interesse mit technischem Gestaltungswillen verbinden. Studierende tragen aktiv zur Entwicklung energieeffizienter Technologien bei und gestalten die digitale Transformation mit. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis schafft eine solide Basis für anspruchsvolle Tätigkeiten in einem dynamischen Umfeld. Das Studium verbindet drei zentrale Kompetenzfelder: a) Materialchemie und Werkstoffe: Struktur, Bindung und Oberflächeneigenschaften von Materialien, b) Halbleiterprozesstechnik: Beschichtung, Strukturierung, Ätzverfahren und Charakterisierungsmethoden und c) Produktion und Qualitätsmanagement: Prozesssteuerung, Sensorik, Data Science und Lean-Ansätze. 

„Ziel des Studiengangs ist die passgenaue Ausbildung von Fachkräften für die chemisch/physikalische Prozesslandschaft sowie logistische Steuerungsprozesse der Halbleiterproduktion. Das Grundstudium in den ersten drei Semestern findet an der Hochschule Zittau/Görlitz statt und vermittelt die entsprechenden fachlichen Grundlagen. Das Studium ist so ausgelegt, dass zukünftige Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeit in deutscher oder englischer Sprache schreiben können. Zuvor haben Studierende die Möglichkeit, ab dem vierten Semester wichtige praxisnahe Einblicke in die Halbleiter-Produktion direkt im Unternehmen zu sammeln“, sagt Prof. Dr. Gerd Fischer von der Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften der HSZG und Studiengangsleiter der kommenden Ausbildung im Bereich „Halbleiterprozesse und Materialchemie“. 

Studiengänge sehr kompatibel mit den strategischen Zielen von TSMC/ESMC 

„Beide Studiengänge, Mechatronik für Fertigung und Halbleiterprozesse sowie Materialchemie, passen sehr gut zu den strategischen Zielen von TSMC/ESMC. Sie befassen sich mit Schlüsselkompetenzbereichen, die für den Aufbau und Erhalt einer hochqualifizierten Halbleiterfachkraft in Europa unerlässlich sind. Wir sehen ein großes Potenzial für die Zusammenarbeit mit der HSZG bei der Entwicklung praxisorientierter Talentpipelines, die auf die Bedürfnisse der Industrie abgestimmt sind“, sagt Constantin Diederichs, Human Resources-Projektleiter, Talentakquise und Hochschulbeziehungen bei TSMC. 

Und in Zukunft?! – „Ein weiteres zeitnahes Dialog-Treffen zwischen der HSZG und TSMC/ESMC ist in Planung. Weiterhin wird in den kommenden Monaten eine Informationsveranstaltung speziell mit den Firmen TSMC und ESMC für Studierende und Schülerinnen und Schüler stattfinden, um Karrierechancen in der Halbleiterindustrie aufzuzeigen. TSMC/ESMC werden auch Hochschulveranstaltungen wie den Hochschul-Informationstag bzw. den ´Tag der offenen Hochschule´ nutzen, um sich vorzustellen. Langfristig wollen HSZG und TSMC/ESMC das Potenzial eines Masterstudienganges prüfen, der Studierenden als weitere Qualifikationsmöglichkeit angeboten werden soll“, sagt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kästner. 

Text: Frank Leberecht 
Fotos: HSZG 

Foto: Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil
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