Veranstaltungsdetails

24. April 2026

Mit internationalen Fachkräften den Strukturwandel meistern

Das Deutsche Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen (DHIK) war zum Wissenschafts- und Industrieforum 2026 zu Gast an der HSZG.

Internationale Fachkräfte sind ein entscheidender Schlüssel für den Strukturwandel in der Oberlausitz. Wie ihre Gewinnung, Integration und langfristige Bindung gelingen kann, stand im Mittelpunkt eines hochkarätigen Wissenschafts- und Industrieforums an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG), das eingebettet war in eine mehrtägige Veranstaltungsreihe.

Zwischen dem 19. bis 22. April 2026 kamen dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und internationalen Organisationen in Zittau zusammen. Eingeladen hatte die HSZG gemeinsam mit dem Deutschen Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen (DHIK), das weltweite Hochschulpartnerschaften fördert, unter anderem in China, Mexiko, Indien und Südafrika. Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme einer Delegation des Technological Higher Education Network South Africa (THENSA).

Die DHIK zu Gast an der HSZG

Austausch zu Fachkräften, Innovation und Transformation

Im Zentrum der Diskussionen standen Fragen der internationalen Fachkräftegewinnung, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zukunft von Regionen im Wandel. Am 21. April beleuchteten Fachvorträge beim DHIK-Forum 2026 unter anderem internationale Vergleichsdaten zur Zuwanderung, den volkswirtschaftlichen Nutzen internationaler Talente sowie Strategien transnationaler Bildung.

Zu den Referenten gehörten unter anderem Steffen Sottung (Bundesagentur für Arbeit), Dr. Wido Geis-Thöne (Institut der deutschen Wirtschaft) und Stefan Bienefeld (DAAD). Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge aus der Region, etwa zur Rolle der HSZG als Impulsgeber für Innovation und internationale Talentgewinnung. Vorgestellt wurden auch aktuelle Projekte wie CircEcon, DC-LabSaxony, WELL CARE und ZukLOS.

„Einzelne Nationen können die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Wirtschaft und Wissenschaft nicht mehr allein stemmen“, betont der Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, die Notwendigkeit der Kooperation mit dem DHIK. Als einen wichtigen Schlüssel mit Blick auf die regionale Entwicklung empfindet er das direkte Zusammenspiel zwischen akademischer Ausbildung und regionalem Arbeitsmarkt. 

Unser Ziel ist es, internationale Talente nicht nur zu gewinnen, sondern ihnen durch passgenaue Programme eine echte Bleibeperspektive im Freistaat Sachsen zu bieten.

Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, Rektor Hochschule Zittau/Görlitz

Kooperation als Antwort auf globale Herausforderungen

Die Diskussionen machten deutlich: Fachkräftesicherung lässt sich heute nur international denken. Globale Herausforderungen wie demografischer Wandel, Digitalisierung oder industrielle Transformation betreffen viele Länder gleichzeitig. Dr. Lixin Liu, Gesandter-Botschaftsrat der Volksrepublik China, bringt es auf den Punkt:

Wissenschaft ist international. Offenheit, Austausch und Kooperation sind entscheidend, um diese Herausforderungen zu bewältigen.

Dr. Lixin Liu, Gesandter-Botschaftsrat der Volksrepublik China

Damit wurde auch klar: Internationale Zusammenarbeit ist kein Zusatz, sondern eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung.

Region im Wandel – Chancen und Herausforderungen

Für die Oberlausitz ist das Thema besonders relevant. Der Strukturwandel eröffnet neue Perspektiven, erfordert aber zugleich gezielte Strategien zur Fachkräftegewinnung.

Landrat Dr. Stephan Meyer unterstreicht: „Die Region steht vor einem grundlegenden Wandel. Die HSZG ist dabei ein wichtiges Zugpferd. Gleichzeitig brauchen wir mehr Dynamik, um Fachkräfte erfolgreich zu integrieren.“

Auch die Perspektive der Bevölkerung wurde thematisiert. Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker weist darauf hin, dass große Transformationsprozesse nur gelingen, wenn sie von den Menschen vor Ort mitgetragen werden.

Integration als gemeinsamer Prozess

Den Abschluss des DHIK-Forums bildete eine Podiumsdiskussion zur Standortattraktivität und zu Erfolgsfaktoren bei der Fachkräfteintegration. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Zentrum für Astrophysik und der Fraunhofer-Gesellschaft diskutierten konkrete Ansätze. Ein zentrales Ergebnis: Integration ist keine Einbahnstraße. Offenheit, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, kulturelle Unterschiede zu überbrücken, sind entscheidend für den Erfolg.

Starke Netzwerke – regional und international

Neben den inhaltlichen Diskussionen zeigte das Forum auch die starke Vernetzung der HSZG. Bereits im Vorfeld hatte zum Auftakt der mehrtägigen DHIK-Veranstaltungsreihe eine gemeinsame Wanderung im Zittauer Gebirge mit dem Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Vertretenden des DHIK sowie aus Politik und Wirtschaft Raum für Austausch geboten. „Wenn wir wollen, dass die ganzen Ansiedlungen wie das DZA in der Region eine Wirkung entfalten, brauchen wir Fachkräfte von außen. Ich bin der Hochschule Zittau/Görlitz sehr dankbar, dass sie das erkannt hat und sich auf den Weg macht. Sie wird es schaffen, andere mitzureißen“, äußerte sich der Sächsische Ministerpräsident.

Gleichzeitig wurde deutlich: Die Region hat großes Potenzial, ist international aber noch nicht ausreichend sichtbar. Genau hier setzen Initiativen wie das DHIK-Forum an, ist sich Prorektorin Prof. Dr. Sophia Keil sicher.

Wo Menschen, Wissen und Ideen zusammenkommen, entsteht Zukunft. Gemeinsam gestalten wir diese Zukunft: aus der Lausitz in die Welt.

Prof. Dr. Sophia Keil, Prorektorin Forschung, Transfer und Internationalisierung

Ausblick: Kooperationen mit THENSA gewinnen an Dynamik

Beim THENSA/DHIK Colloquium am 22. April wurde der Blick daher konsequent nach vorn gerichtet: In sechs thematischen Clustern entwickelten die internationalen Partner konkrete Ansätze für die weitere Zusammenarbeit. Diskutiert wurden unter anderem Kooperationen in den Bereichen Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz, Gesundheit und Tourismus sowie Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Die HSZG brachte in allen Clustern ihre Expertise und laufenden Projekte ein und stieß damit auf großes Interesse. In den Gesprächen zwischen den Cluster-Verantwortlichen und den Professorinnen und Professoren der HSZG wurden bereits erste konkrete Kooperationsideen erörtert. Etwa in den Bereichen Elektrotechnik und Informatik sowie Tourismus. Diese sollen nun weiter ausgebaut werden.

Auch der Austausch von Studierenden spielte eine wichtige Rolle: Beteiligungen an Summer und Winter Schools wurden ebenso vereinbart wie weitere Formate der internationalen Zusammenarbeit. “Der große Vorteil unserer Zusammenarbeit liegt im Austausch unserer Lehrkräfte und Studierenden, und dass wir gemeinsam Forschung betreiben können”, betont Prof. Stephen Khehla Ndlovu, Deputy Chairperson of the THENSA Board of Directors.

Damit setzt das Colloquium ein klares Signal: Die Kooperation mit Partnern in Südafrika und Namibia wird gezielt vertieft und eröffnet neue Chancen für die Studierenden der HSZG, für den internationalen Wissenstransfer und für die Fachkräfteentwicklung in der Region.

Die HSZG: ein verlässlicher Partner und herzlicher Gastgeber

Während des mehrtägigen Aufenthalts an der HSZG erhielten die internationalen Gäste einen umfassenden Einblick in die Region und die Leistungsfähigkeit der Hochschule. Campusführungen sowie Besuche im Zittauer Kraftwerkslabor und in der Hochspannungshalle machten die Forschungsstärke und moderne Ausstattung der Hochschule erlebbar. Auch Initiativen wie die ZukLOS-Maßnahmen mit dem neu eröffneten Makerspace und das DLR_School_Lab Hochschule Zittau/Görlitz zeigten eindrucksvoll, wie frühzeitig Nachwuchsförderung und praxisnahe Bildung zusammengedacht werden.

Ein besonderes Highlight war neben der gemeinsamen Wanderung mit Ministerpräsident Michael Kretschmer zu den Kelchsteinen im Zittauer Gebirge eine englischsprachige Führung durch den traditionsreichen Kurort Oybin. Bei dem anschließenden Beisammensein auf der Hochwaldbaude wurde der Austausch in lockerer Atmosphäre fortgesetzt.

Die zahlreichen Begegnungen, intensiven Gespräche und gemeinsam entwickelten Perspektiven - eingebettet in die eindrucksvolle Naturkulisse der Region – hinterließen einen bleibenden Eindruck beim DHIK und den internationalen Gästen und machten deutlich: Die Oberlausitz ist nicht nur ein Ort des Wandels, sondern auch ein Ort, an den man gern zurückkehrt.

Ein Dank an alle Mitwirkenden und Unterstützer

Die Hochschule Zittau/Görlitz bedankt sich herzlich bei allen Referentinnen und Referenten, Podiumsteilnehmenden sowie Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft für ihre wertvollen Beiträge zum DHIK-Forum 2026.

Unser besonderer Dank gilt den hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Bundes- und Landespolitik, internationalen Partnerinstitutionen sowie regionalen Akteuren, die mit ihren Impulsen und Perspektiven zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Ebenso danken wir dem Deutschen Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen (DHIK) für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie der südafrikanischen THENSA-Delegation für den intensiven Austausch und die gemeinsamen Diskussionen zu möglichen Kooperationsansätzen.

Ein besonderer Dank gilt dem Organisationsteam unter der Leitung von Inna Hauf im Prorektorat für Forschung, Transfer und Internationalisierung sowie allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen der Hochschule Zittau/Görlitz, die mit großem Engagement die Planung und Durchführung der viertägigen DHIK-Veranstaltungsreihe ermöglicht haben.

Für die freundliche Unterstützung danken wir herzlich Mario Linack von der BARMER sowie der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien.

Text: Frank Leberecht und Cornelia Rothe
Fotos: Rafael Sampedro

Foto: Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil
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