Zur 32. Internationalen Elektrotechnik Olympiade treffen sich junge Technikbegeisterte aus mehreren Ländern an der HSZG und zeigen ihr Können in Theorie und Praxis.
Auch im Jahr 2026 fand die traditionsreiche „Neisse-Elektro“ statt, dieses Jahr schon zum 32. Mal. Die (internationale Elektrotechnik-Olympiade) bringt erneut 54 talentierte Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Polen und Tschechien zusammen, die sich im MINT-Bereich miteinander messen.
Die Veranstaltung wird von der Arbeitsgemeinschaft „Neisse Elektro“ bestehend aus Lehrern und Hochschulmitarbeitern organisiert und richtet sich an besonders leistungsstarke Jugendliche mit Interesse an Elektrotechnik und Physik. Jährlich nehmen rund 20 Schülerinnen und Schüler aus jedem der drei Länder teil und stellen ihr Können in einem anspruchsvollen Wettbewerb unter Beweis.
Dieses Jahr fand die Olympiade erstmalig an einem Freitag statt. Im Zentrum der Olympiade stand wie jedes Jahr die 90-minütige Klausur, die Aufgaben auf dem Niveau eines technischen Studiums umfasst. Dabei müssen die Teilnehmenden ihr Wissen in Bereichen wie Stromkreise, Widerstandsnetzwerke oder elektrische und magnetische Felder anwenden.
Im Anschluss folgt ein gemeinsames Rahmenprogramm. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa standen dieses Jahr spannende Exkursionen zur Lander³-Halle, zum Kraftwerkslabor und zum AquaHeat Versuchsstand an. Am Nachmittag folgte der obligatorische Fototermin vor dem Zittauer Rathaus, ein kleiner Nachmittagssnack und die feierliche Siegerehrung im Bürgersaal. Diese wurde für die polnischen und tschechischen Gäste simultan übersetzt und mit Saxophon- und Klavierklängen musikalisch umrahmt. Die Grußworte sprachen neben dem Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker und dem Rektor der Hochschule Prof. Dr. Alexander Kratsch auch Vertreter der polnischen und tschechischen Schulen.
Das Zittauer Kraftwerkslabor (ZKWL) der Hochschule Zittau/Görlitz wurde unter Federführung des Instituts für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM) in den Jahren 2011 bis 2015 aufgebaut und dient der experimentell gestützten Entwicklung von Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von Energieanlagen, der Entwicklung von Energiespeichern sowie der Entwicklung von Lösungen zur verbesserten Nutzung regenerativer Energiequellen. Zentraler Bestandteil des Labors sind beeindruckende Großversuchsanlagen, die im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte konzipiert und aufgebaut wurden.
In der von den Teilnehmenden besichtigten Versuchsanlage des Projektes AQVA HEAT III wird ein innovatives Gesamtkonzept zur ganzjährigen Bereitstellung von Wärme auf Basis von Oberflächengewässern (Mandau) realisiert und eine saisonalen Erprobung inklusive gewässerökologischen Monitoring durchgeführt. Dieses Konzept kann ein Baustein für eine zukünftige Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien sein und dient der Transformation von innovativen Wärmeerzeugungssystemen aus der Forschung in die Anwendung, bei regionalen Wärmeversorgern und darüber hinaus. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie Energie und Klima des Freistaates Sachsen (FRL EuK 2023, SAB).
Im LaNDER³-Technikum, dem Naturfaserzentrum der HSZG, widmet man sich der Entwicklung von Alltags- und Verbrauchsgütern auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere einheimischen Naturfasern. Dabei wird der gesamte Weg, von der Gewinnung der Naturfaser bis hin zur Verwertung der Güter am Ende ihres Lebenszyklus, berücksichtigt. Hier hatten die Teilnehmenden der Neisse-Elektro zudem die Möglichkeit, eine moderne Sortieranlage für Kunststoffabfälle in Aktion zu erleben.
Die „Neisse-Elektro“ ist seit ihrer Gründung im Jahr 1995 ein bedeutendes grenzüberschreitendes Bildungsprojekt. Sie steht exemplarisch für die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Bildungseinrichtungen in der Euroregion Neiße.
Ziel der Olympiade ist es nicht nur, fachliche Kompetenzen zu fördern, sondern auch den internationalen Austausch junger Menschen zu stärken und Begeisterung für technische Studiengänge zu wecken.
Die Teilnehmenden werden im Vorfeld intensiv vorbereitet – sowohl an ihren Schulen als auch durch spezielle Workshops und Kurse an der Hochschule. Dazu gehören beispielsweise Experimentalvorträge oder praktische Übungen zur Analyse elektrischer Schaltungen.
Dank der Unterstützung zahlreicher Partner und Sponsoren ist die Teilnahme für Schülerinnen und Schüler kostenfrei.
Unterstützer 2026:
Den 1. Platz belegte 2026 Mathias Mildner , den 2. Platz Jakub Jan Prousek beide von der SPSSE a VOS Liberec. Der 3. Platz ging an Maciej Szabala vom LZN Wroclaw.
Die beste Landesmannschaft kam aus Tschechien, vor Polen und Deutschland. Herzlichen Glückwunsch an alle!
Text: Prof. Patricia Stange, Dr. André Seeliger