Infineon übergibt neues Reinraum-Experiment an das DLR_School_Lab der HSZG. Damit ermöglicht die Hochschule praxisnahe Einblicke in die Mikrochip-Produktion.
Am 11. Mai 2026 wurde im DLR_School_Lab der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) ein neues Reinraum-Experiment der Infineon Technologies AG feierlich übergeben. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Schule und Industrie setzten damit ein gemeinsames Signal: Junge Menschen sollen frühzeitig für Hightech-Berufe begeistert und für die Schlüsseltechnologien von morgen gewonnen werden.
Das DLR_School_Lab der HSZG ist Teil der strategischen Bildungsinitiative „Zukunftslernort Oberlausitz“ (ZukLOS). Als außerschulischer Lernort ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, naturwissenschaftlich-technische Inhalte nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern selbst zu erforschen und aktiv mitzugestalten.
„Die Hochschule versteht sich als Bindeglied zwischen Schule, Wissenschaft und Industrie“, betonte Rektor Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch. „Durch praxisnahe Angebote und eigenes Experimentieren werden technische Themen greifbar. Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen für die Technologien von morgen zu begeistern.“
Staatsminister Conrad Clemens unterstrich die sächsische Schwerpunktsetzung in der MINT-Bildung.
Sachsen legt wie kaum ein anderes Bundesland einen besonderen Schwerpunkt auf die MINT-Bildung – sowohl im Unterricht als auch an außerschulischen Lernorten wie dem DLR_School_Lab an der Hochschule Zittau/Görlitz. Ich freue mich, dass Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende heute die Möglichkeit haben, Reinraum-Experimente mit Halbleitern und Mikrotechnologie selbst durchzuführen. Auf diese Weise gewinnen wir die Fachkräfte von morgen für den Hochtechnologiestandort Dresden und die Oberlausitz.
Auch Dr. jur. Silke Gottschlich, Personalleiterin bei der Infineon Technologies AG in Dresden, unterstrich die strategische Bedeutung der Kooperation: „MINT-Berufe sind für Deutschlands Innovationskraft, Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit entscheidend. Deshalb ist es uns wichtig, junge Menschen möglichst früh zu erreichen und für MINT zu begeistern. Die Kooperation zwischen Infineon und der Hochschule Zittau/Görlitz ist dabei strategisch wertvoll, da beide Seiten ein gemeinsames Ziel verfolgen: junge Menschen für technische Berufe und Studiengänge zu gewinnen.“
Mit der symbolischen Enthüllung des Experiments startete der Praxisteil der Veranstaltung. Nach einer Einführung in die Mikrochip-Produktion und dem Film „Ein Chip entsteht – Vom Sand zum Mikrochip“ schlüpften die Schülerinnen und Schüler in Reinraumkleidung und führten selbst zentrale Fertigungsschritte durch.
Andrea Bannert von Infineon betreut das Experiment und beschreibt es den interessierten Gästen der Veranstaltung.
Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler die extreme Präzision der Halbleiterfertigung selbst erleben. Sie spüren, wie empfindlich moderne Chiptechnologie ist und warum jeder Handgriff zählt. Echtes Verständnis und Begeisterung entstehen vor allem durch eigenes Ausprobieren.
Die Veranstaltung zeigte, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit verschiedener Bildungs- und Praxispartner ist. Lehrkräfte erleben, wie Unterrichtsinhalte greifbar werden.
Michael Wagner vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau erklärte: „Außerschulische Lernorte wie das DLR_School_Lab sind für Schulen sehr wichtig, denn sie dienen als Motivationstreiber für Schülerinnen und Schüler. Durch das praxisnahe und anwendungsorientierte Lernen werden Aha-Erlebnisse hervorgerufen, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben und das Interesse der Schüler an MINT-Berufen fördern.“
Auch die Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert. „Ich fand das Experiment sehr interessant. Besonders an den Naturwissenschaften gefällt mir, dass man die Theorie auch in der Praxis anschauen kann“ , so eine Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. „Das Experiment hat mir viel Spaß gemacht, besonders weil ich Einblicke in neue Bereiche erhalten habe, die man sonst meist nur aus dem Fernsehen kennt. Es war spannend, diese moderne Technologie einmal praktisch zu erleben, und ich könnte mir vorstellen, später beruflich mit solchen Technologien zu arbeiten.“
Bjarne Stäbler, Auszubildender bei Infineon, ergänzte: „Die Halbleiterindustrie ist besonders, weil hier in Größenordnungen gearbeitet wird, die so unglaublich winzig sind, dass das eigentlich Unvorstellbare tatsächlich möglich wird.“
Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil von der HSZG, Prorektorin für Forschung, Transfer und Internationalisierung, betonte die langfristige Perspektive.
Unser Wunsch ist es, das DLR_School_Lab der Hochschule Zittau/Görlitz langfristig als zentralen Innovationsort für die MINT-Bildung in der Oberlausitz auszubauen. Das Reinraum-Experiment mit Infineon ist dafür ein hervorragender Anfang.
Das neue Reinraum-Experiment zeigt eindrucksvoll, wie moderne Nachwuchsförderung gelingen kann: durch direktes Erleben, engen Praxisbezug und starke Partnerschaften zwischen Hochschule, Industrie, Schulen und Politik. So entsteht nicht nur Begeisterung für Zukunftstechnologien, sondern ein konkreter Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in der Region.
Die Hochschule Zittau/Görlitz dankt der Infineon Technologies AG herzlich für die Bereitstellung des Reinraum-Experiments und die enge Zusammenarbeit. Besonderer Dank gilt Dr. Silke Gottschlich, Prof. Dr. Germar Schneider, Andrea Bannert und den beteiligten Auszubildenden.
Weiterer Dank gilt Staatsminister Conrad Clemens, Landrat Dr. Stephan Meyer, Oberbürgermeister Thomas Zenker sowie dem Vorsitzenden des Landeselternrates Sachsen, Roland Lindecke, für ihre Teilnahme. Ebenso danken wir dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau mit Michael Wagner sowie allen beteiligten Schülerinnen und Schülern.
Text: Christian Tiller
Fotos: Carla Schmidt
Videoproduktion und Schnitt: Philipp Herfort