Erfolgreiche Forschungsförderung ist von einem sehr guten Forschungsdatenmanagement abhängig. Das zeigt der Einführungs-Workshop an der HSZG.
Mitte März 2026 fand an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) im Zittauer CELSIUZ der Workshop „Einführung in das Forschungsdatenmanagement“ statt. Denn: Erfolgreiche Forschungsförderung ist auch von einem sehr guten Forschungsdatenmanagement abhängig.
Die Menge und Komplexität wissenschaftlicher Daten nimmt im Forschungsalltag ständig zu. Dies erhöht bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Notwendigkeit, im Projekt- und Forschungsverlauf anfallende Daten zu dokumentieren, zu speichern und anderen verfügbar zu machen. Ein gut geplantes und gleichzeitig verantwortungsvolles Datenmanagement unterstützt Forscherinnen und Forscher dabei – es sorgt für Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Forschungsergebnisse. Per definitionem begleitet Forschungsdatenmanagement den Forschungsprozess von den ersten Planungen bis zur Archivierung und Nachnutzung und gewährleistet eine bessere Übersicht und Nachnutzbarkeit der Daten.
Sehr gute Einblicke in die Thematik lieferte Mitte März der Workshop „Einführung in das Forschungsdatenmanagement FDM“ im Zittauer Co-Creation Lab CELSIUZ. Alina Bastian und Carolin Hundt von der Sächsischen Landesinitiative zum Forschungsdatenmanagement – SaxFDM – zeigten den mehr als 25 Workshop-Teilnehmenden theoretische und praktische Grundlagen und fachspezifische Einblicke.
Was sind FAIRE versus offene Daten, Metadaten, wie verhält es sich mit Datenschutz, was besagen Fachbegriffe wie z. B. Anonymisierung und Pseudonymisierung und wie konzipiere, gestalte und finalisiere ich Forschungsprojekte, die erfolgreich umgesetzt werden können?! Vor allem durch einen guten Datenmanagementplan (DMP). DMPs sind ein Projektmanagement-Tool, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei hilft, den Überblick über verwendete Daten zu bewahren – auch bei (Verbund-)Projekten mit mehreren nationalen oder internationalen Partnern. „Ein DMP hilft Ihnen dabei, dass Daten auch bei späterer Nutzung auffindbar (findable), zugänglich (accessible), interoperabel (interoperable) und wiederverwendbar (reusable) sind“, sagt Alina Bastian. Und lüftet damit das Geheimnis um die Bedeutung der oben erwähnten FAIREN Daten.
Auch die Finessen eines sog. DMPs stellten Alina Bastian und Carolin Hundt vor – und auch, wie zugehörige Tools wie ein RDMO (Research Data Management Organizer) dazu verwendet werden können.
Ein praxisnaher und anregender Workshop: Denn: Datenmanagement ist mehr und mehr ein wesentlicher Eckpunkt einer guten wissenschaftlichen Praxis (GWP) – und wird zunehmend von Forschungsförderern wie z. B. dem BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), der EU bei Programmen wie „Horizon Europe“ oder der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) erwartet. Das bekräftigt die DFG auf ihrer Homepage und schreibt: „Ein fachspezifisch adäquater Umgang mit Forschungsdaten, die wissenschaftlichen Projekten zugrunde liegen oder bei deren Durchführung entstehen, ist ein wesentlicher Bestandteil qualitätsorientierter und anschlussfähiger Forschung.“
Prof. Dr. Steffi Höse von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen der HSZG sagt: „Ich bin dafür dankbar, dass die Organisatorinnen und Organisatoren dieses wichtige Thema in Form eines Workshops angeboten und ein Umfeld geschaffen haben, das offenen Austausch und lebendige Diskussionen ermöglicht hat. Der Workshop hat mir gezeigt, wie viel effizienter und transparenter Forschungsprozesse werden, wenn Forschungsdaten konsequent organisiert und dokumentiert werden. Besonders hervorheben möchte ich die Präsentatorin Alina Bastian, die das Thema nicht nur fachlich fundiert, sondern auch praxisnah, anschaulich und kurzweilig vermittelt hat.“
Und welche konkreten Details können aus dem Workshop für jedes individuelle Projektmanagement- oder Wissenschaftsprojekt mitgenommen werden?! – „Für mein Forschungsgebiet nehme ich mit, wie stark klare Standards und strukturierte Datenprozesse die Zusammenarbeit und Nachnutzung von Erkenntnissen und Daten erleichtern, die Qualität und Integrität der Forschung erhöhen und somit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Der Workshop hat meinen bisherigen Ansatz bestätigt und mich motiviert, mich dem Thema noch kritischer und vor allem bewusster zu stellen. Einige der vorgestellten Methoden und Tools werde ich unmittelbar in meine eigenen Lehrveranstaltungen integrieren“, so Prof. Dr. Steffi Höse.
Bernadette Rohlf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am TRAWOS-Institut der HSZG, bilanziert: „Die Relevanz und Machbarkeit eines verantwortungsvollen Forschungsdatenmanagements sind mir bewusst geworden. Ich bin froh, dass ich den Workshop kurz vor Beginn meines neuen Projektes besucht habe, sodass ich die neu gelernten Strategien und Erkenntnisse von Anfang an in die Projektarbeit integrieren kann. Der Workshop hat dazu geführt, dass ich in Zukunft strukturierter an das Forschungsdatenmanagement herangehen kann, weil konkrete Schrittfolgen und Komponenten vermittelt wurden. Ich habe gelernt, wie wichtig ein strukturiertes Forschungsdatenmanagement nicht nur für die Archivierung und Nachnutzung von Daten ist, sondern auch, wie laufende Projektarbeit durch bewusstes Forschungsdatenmanagement übersichtlicher, transparenter und sicherer gestaltet werden kann.“
Prof. Dr. Jörg Kretzschmar von der Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften der HSZG sagt: „Forschungsdatenmanagement hat im Sinne der Verwertbarkeit (Zugang) und Überprüfbarkeit (Qualität) von Forschungsdaten schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird es immer wichtiger, u. a. bei der Beantragung von Drittmitteln bzw. zur Absicherung der Nutzbarkeit von mit Fördermitteln erzeugter Daten. Um in Zukunft die Verwertbarkeit und Überprüfbarkeit von Forschungsdaten zu verbessern, ist ein gut geplantes und konsequent umgesetztes Forschungsdatenmanagement unabdingbar. Online-Tools und Vorlagen können hier hervorragend unterstützen. Der Workshop hat mich dazu bewogen, meinen bisherigen Ansatz zum Forschungsdatenmanagement zu professionalisieren und in Zukunft verfügbare Tools, wie z.B. elektronische Laborbücher zur Dokumentation von Forschungsdaten oder SaxFDM-RDMO zur Erstellung von Datenmanagementplänen (DMP), zu nutzen.“
Text: Frank Leberecht
Fotos: Lucas Wenzel