HSZG baut Partnerschaft mit Deutsch-Mongolischer Hochschule aus
Bei einer Delegationsreise mit Staatssekretär Dr. Andreas Handschuh unterzeichnet Rektor Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch in Ulaanbaatar ein neues Kooperationsabkommen mit der Deutsch-Mongolischen Hochschule.
Die sächsisch-mongolische Hochschulzusammenarbeit, die Ausbildung künftiger Fachkräfte und neue Ansätze für die angewandte Forschung standen im Mittelpunkt der Delegationsreise nach Ulaanbaatar.
Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, und Dr. Andreas Handschuh, Chef der Sächsischen Staatskanzlei und Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten, reisten vom 7. bis 9. September 2026 mit einer sächsischen Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation in die Mongolei. Die Delegation wurde von Dr. Handschuh geleitet. Der Wissenschaftsdelegation gehörten neben der HSZG die TU Bergakademie Freiberg und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden an. Begleitet wurde sie vor Ort vom Saxon Science Liaison Office in Ulaanbaatar.
Ein Schwerpunkt der Reise war das Fachkräfteprogramm „1.000 Ingenieure“ unter der Schirmherrschaft des mongolischen Staatspräsidenten. Es dient der Ausbildung mongolischer Studierender an sächsischen und weiteren deutschen Hochschulen.
Sachsen und die Mongolei verbindet eine lange und gute Tradition der Zusammenarbeit insbesondere in Bildung und Wissenschaft.
Die Reise knüpfte zugleich an einen Austausch an, der erst wenige Tage zuvor in Zittau stattgefunden hatte. Am 27. August hatte Dr. Handschuh gemeinsam mit Christian Hartmann, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, die HSZG besucht. Im Zittauer Kraftwerkslabor, beim Projekt AQVA-Heat und im DLR_School_Lab informierten sie sich über Forschung, MINT-Bildung und Fachkräftesicherung. Gegenstand der Gespräche waren außerdem HighTech@HSZG und die Hochschulentwicklung 2030+.
Zusammenarbeit mit neuem Forschungsfokus
Am 8. September unterzeichneten Rektor Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch und die Rektorin der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Rohstoffe und Technologie, Prof. Dr. Battsengel Baatar, auf dem Campus der DMHT in Nalaikh ein neues Memorandum of Understanding.
Die Vereinbarung löst das im November 2023 geschlossene Abkommen ab und gilt für weitere fünf Jahre. Kratzsch ist zugleich Vorsitzender des Beirates der DMHT. Erstmals benennt ein Anhang zum Memorandum ein gemeinsames Forschungsfeld: flexible Gleichspannungsnetze für den nachhaltigen Bergbau.
Internationale Hochschulpartnerschaften müssen ein fester Bestandteil einer vorausschauenden Fachkräfte- und Wissenschaftspolitik für Sachsen sein. Mit dem neuen Forschungsfeld zu flexiblen Gleichspannungsnetzen setzen die HSZG und die DMHT einen klaren wissenschaftlichen Schwerpunkt und schaffen die Grundlage, um anwendungsnahe Lösungen für eine nachhaltigere Energieversorgung im Bergbau zu entwickeln. Im Rahmen des Programms „1.000 Ingenieure“ eröffnet die Partnerschaft mongolischen Studierenden zugleich konkrete Bildungswege in Sachsen, auch an der HSZG.
Zehn mongolische Studierende kommen nach Zittau
Im Herbst 2026 kommen zehn Studierende der DMHT an die Fakultät Elektrotechnik und Informatik der HSZG. In Zittau führen sie bei Prof. Dr. Stefan Kornhuber Laborversuche in der Hochspannungstechnik durch. Vorbereitet wurde der Aufenthalt bei seinem Arbeitsbesuch an der DMHT im März 2026.
Für das Frühjahr 2027 ist außerdem ein Praktikum einer DMHT-Studentin in einem Forschungsprojekt der Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften vorgesehen. Auch in der Lehre besteht ein regelmäßiger Austausch. Seit 2023 absolvierten Lehrende der HSZG mehrere Lehraufenthalte an der DMHT. Für Ende September sind zwei weitere Lehraufenthalte von Lehrenden der Fakultäten Maschinenwesen sowie Elektrotechnik und Informatik vorgesehen.
Weniger Diesel, mehr erneuerbare Energie für den mongolischen Bergbau
Der Anhang zum Memorandum beschreibt die besonderen Anforderungen des mongolischen Bergbaus. Demnach sind Bergbaubetriebe stark von importiertem Diesel abhängig. Elektrische Anlagen werden teilweise über sehr lange Wechselstromleitungen versorgt. Dadurch entstehen erhebliche Spannungsverluste, hohe Wartungskosten und Netzinstabilitäten.
Flexible Gleichspannungsnetze sollen Energieverluste reduzieren und die Einbindung von Solar- und Windenergie sowie Batteriespeichern erleichtern. Als möglicher Anwendungsfall wird Trolley-Assist genannt. Dabei werden schwere Muldenkipper an Steigungen über Gleichstrom-Oberleitungen mit Energie versorgt.
Die HSZG bringt ihre Kompetenzen in den Bereichen Energiesysteme, Automatisierung und Gleichspannungsnetze sowie das DC-LabSaxony ein. Die DMHT verfügt über Kenntnisse der Bergbauprozesse und der besonderen Betriebsbedingungen in der Mongolei.
Das Memorandum schafft den Rahmen, aus dem beide Hochschulen nun konkrete Forschungsprojekte entwickeln können. Deren Ausgestaltung und Finanzierung werden jeweils in einer gesonderten Vereinbarung festgehalten.
Zusammenarbeit in beide Richtungen
Das neue Memorandum sieht Austauschmöglichkeiten für Studierende, Lehrende, Forschende und Mitarbeitende beider Hochschulen vor. Die bisherige Bilanz zeigt, dass die Zusammenarbeit bereits in beide Richtungen gelebt wird: Seit Beginn der Partnerschaft in 2023 waren Angehörige der HSZG siebenmal in der Mongolei. Fünf Delegationen und Fachbesuche führten im Gegenzug nach Zittau und Görlitz. Zuletzt besuchte im Mai 2026 eine Delegation aus dem mongolischen Bildungs- und Finanzministerium die Hochschule.
Die Zusammenarbeit wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit begleitet.
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