09. Oktober 2026

In fünf Tagen von der Idee aufs Wasser

Zwölf Studierende aus Ingenieurwissenschaften und Produktdesign entwickelten bei der International Summer School eigene Bootskonzepte, von denen eines in Originalgröße gedruckt wurde und anschließend auf dem Olbersdorfer See schwamm.

Vom 21. bis 25. September 2026 veranstalteten die Hochschule Zittau/Görlitz und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU gemeinsam die International Summer School „Print your own Boat“. Zwölf ausgewählte Studierende arbeiteten in interdisziplinären Teams an einer gemeinsamen Herausforderung: Innerhalb von fünf Tagen sollte aus einer ersten Idee ein funktionsfähiges Boot entstehen.

Entwickeln, simulieren und konstruieren

Zu Beginn entwickelten die Teams unterschiedliche Bootskonzepte und überführten ihre Ideen mithilfe computergestützter Konstruktion (CAD) in digitale Modelle. Dabei ging es nicht allein um ein ansprechendes Design. Die Entwürfe mussten auch grundlegende Anforderungen des Bootsbaus erfüllen und zugleich für die additive Fertigung geeignet sein.

Neben Formgebung und Konstruktion spielten deshalb unter anderem Stabilität, Schwimmfähigkeit, Belastbarkeit und die fertigungsgerechte Gestaltung eine wichtige Rolle. Mithilfe digitaler Methoden und Virtual Reality konnten die Konzepte bereits vor der Fertigung untersucht und weiterentwickelt werden.

Am Ende wurden die Entwürfe hinsichtlich Design, schiffbaulicher Auslegung und Druckbarkeit bewertet. Ein Trimaran, also ein Boot mit drei Rümpfen, setzte sich schließlich durch und wurde für die Fertigung ausgewählt.

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Die Stimmung war durchgehend gut, und die Gruppen haben super zusammengepasst. Es gab nie einen richtigen Konkurrenzkampf. Es war eher ein schönes Miteinander mit Austausch und gegenseitiger Hilfe, auch zwischen den Gruppen.

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Max Maciejewski, Student im Studiengang Maschinenbau an der HSZG

Vom digitalen Entwurf auf den See

Das Boot wurde anschließend am Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz mittels Large Scale Additive Manufacturing (LSAM), also großformatigem 3D-Druck, in Originalgröße gefertigt. Damit konnten die Studierenden unmittelbar erleben, wie aus einem digitalen Entwurf innerhalb kürzester Zeit ein reales Bauteil entsteht.

Den Abschluss der Summer School bildete der Praxistest am Olbersdorfer See. Dort musste sich zeigen, ob die Überlegungen aus Konstruktion und Simulation auch unter realen Bedingungen funktionieren. Das Boot schwamm und trug die geforderte Last von 250 Kilogramm über mehr als anderthalb Stunden. Bei einem anschließenden Versuch mit bewusst höherer Belastung riss das Material am Heck. 

Das Ergebnis machte deutlich, was innerhalb weniger Tage möglich ist, wenn unterschiedliche Fachrichtungen, moderne Entwicklungswerkzeuge und innovative Fertigungstechnologien zusammenkommen.

Praxisnahe Lehre mit greifbarem Ergebnis

Die International Summer School verband damit Konstruktion, Design, Simulation und Fertigung in einer durchgängigen praktischen Aufgabe. 

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Beim Konstruieren müssen wir die spätere Fertigung von Anfang an mitdenken. Beim Test auf dem Wasser erleben die Studierenden dann, wie sich ihre Entscheidungen in der Praxis auswirken. Diese Erfahrungen können sie unmittelbar für den nächsten Entwurf nutzen.

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Prof. Dr.-Ing. Sebastian Scholz, Professor für funktionsintegrierende Kunststofftechnologien und Leiter des Fraunhofer IWU - Kunststoffzentrum Oberlausitz

Organisiert wurde sie von Haakon Hilse und Alsu Gimatdinova. Wertvolle Unterstützung erhielt die Veranstaltung von den Unternehmen Airtech, CEAD und ADAXIS. Die Summer School war Bestandteil des Projekts „Dezentraler Lausitzcampus“ im Transferraum syntral und wird im Rahmen der Förderlinie „T!Raum – Transferräume für die Zukunft von Regionen“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Foto: Prof. Dr.-Ing. Sebastian Scholz
Prof. Dr.-Ing.
Sebastian Scholz
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