Veranstaltungsdetails

06. Oktober 2026

Saxony⁵ unterstützt Energiebotschafter im Landkreis Görlitz

Im CELSIUZ erprobten Energiebotschafter und Klimamanagement des Landkreises Görlitz gemeinsam mit Saxony⁵ das Planspiel „Kommunale Wärmeplanung“ mit Fokus auf Akteursperspektiven, Zielkonflikten und Kooperation.

Workshopteilnehmende sitzen an einem Tisch im Celsiuz und machen sich schriftliche Notizen.
Foto: Martin Herling Planspiel-Teilnehmende beim Studium der Akteursrollen

Am Mittwoch, 30.09.2026, fand von 16:00 bis 19:00 Uhr im Transferraum CELSIUZ der Hochschule Zittau/Görlitz ein Workshop zum Planspiel „Kommunale Wärmeplanung“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Transferfeld Energie im Transfervorhaben Saxony⁵ mit Martin Herling und Hanna Al Akel. Teilgenommen haben die Energiebotschafterinnen und Energiebotschafter des Landkreises Görlitz sowie die Klimamanager des Landkreises, Anna Kunath und Robert Knothe.

Das Planspiel als Transfer- und Beteiligungsinstrument

Die Energiebotschafter*innen sind im Landkreis Görlitz als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Energiewende aktiv. Sie informieren, vernetzen und unterstützen vor Ort – insbesondere dort, wo konkrete Fragen, Akzeptanzthemen und Umsetzungshemmnisse auftreten und wo es darum geht, Menschen und Institutionen „an einen Tisch“ zu bringen. Der Workshop an der HSZG knüpfte daran an, indem er die Perspektiven zentraler Akteursgruppen in der kommunalen Wärmeplanung praxisnah erfahrbar machte.

Ziel des Planspiels war es, unterschiedliche Akteursperspektiven zu sensibilisieren, Zielkonflikte sichtbar werden zu lassen und Kooperationsmöglichkeiten zu erarbeiten. Gleichzeitig diente das Treffen der Evaluation und Weiterentwicklung des Planspiels als Transfer- und Beteiligungsinstrument.
 

Kommunale Wärmeplanung erfordert Mut

Als wichtige „Aha Momente“ wurden festgehalten: Technisch oder volkswirtschaftlich optimale Lösungen entstehen in der kommunalen Wärmeplanung oftmals nur, wenn Akteure kooperieren und Entscheidungen abgestimmt treffen. Ebenso wichtig ist eine wirtschaftliche Bewertung möglicher Lösungswege und die Abwägung zwischen zentralen und dezentralen Ansätzen. In der Praxis ist dies jedoch oft nur eingeschränkt möglich, da zentrale Rahmenbedingungen unsicher sind – etwa künftige Energiepreise, Zinsen oder Fördermöglichkeiten. Zudem zeigte sich, dass Faktoren wie Versorgungssicherheit und Resilienz zwar entscheidend sind, aber nur schwer monetär abbildbar bleiben. Damit hängt die Entscheidung z. B. für oder wider ein Wärmenetz zu etablieren neben harten Faktoren wie Wärmegestehungskosten und Wärmeliniendichte gerade im ländlichen Raum vorwiegend an den Menschen und deren Mut, sich auf ein solches Projekt einzulassen.

Das Thema ist besonders relevant, weil viele kleine Kommunen (bis 100.000 Einwohner) ihre Wärmeplanung noch durchführen müssen. Entscheidend ist, dass die Wärmeplanung die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt und zugleich eine (weiter-)nutzbare Datenbasis schafft – als Grundlage für die anschließend anlaufenden und für die Umsetzung besonders wichtigen Quartiersprojekte.

Martin Herling betont den Transferanspruch des Formats:
 

“

Mit dem Planspiel haben wir ein Transfertool entwickelt, das sich hervorragend eignet, um die Perspektiven verschiedener Akteure auf Wärmeversorgung im Vorfeld einer Planung besser zu verstehen. Mit dem Ziel, gerade in den kleinen Gemeinden der Region die Menschen aktiv einzubeziehen und Akteure an einen Tisch zu bringen, wollen wir es in Zukunft z. B. im Rahmen von Beteiligungsprozessen als Angebot der Hochschule etablieren.

”
Martin Herling, Transferfeld Energie bei Saxony5 an der Hochschule Zittau/Görlitz
Sie haben Fragen zur kommunalen Wärmeplanung?

Interessierte Kommunen, Initiativen und weitere Akteure aus der Region, die sich mit Fragen der kommunalen Wärmeplanung, der Beteiligung relevanter Akteursgruppen oder der Vorbereitung konkreter Quartiersvorhaben beschäftigen, können sich gern an das Team von Saxony5  (Transferfeld Energie) sowie an das Klimamanagement des Landkreises Görlitz wenden. Beide unterstützen bei der Vernetzung, bei der Einordnung von Vorgehensweisen und – je nach Bedarf – auch mit Formaten wie dem Planspiel als Impuls für Austausch- und Beteiligungsprozesse.

Hier finden Sie nähere Informationen:
Martin Herling
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M.Sc.
Martin Herling
Fakultät Maschinenwesen
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