06. November 2026

Kairo lernt Sachsen kennen

Die Leiterin des sächsischen Verbindungsbüros (SSLO) in Kairo war an den Hochschulen des Freistaates Sachsen unterwegs.

Tea Ahmed leitet seit Juli 2026 das Saxon Science Liaison Office (SSLO) Kairo. Ende September und Anfang Oktober 2026 hat sie Hochschulen in ganz Sachsen besucht. Der Freistaat baut seine Beziehungen zu Ägypten derzeit auf vielen Ebenen aus, in Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft. Das Büro in Kairo ist dafür eine wichtige Anlaufstelle. Es berät Studieninteressierte, unterstützt Hochschulen beim Aufbau von Partnerschaften und begleitet Delegationen und Initiativen, die Sachsen und Ägypten zusammenbringen. Langfristiges Ziel ist, qualifizierte junge Menschen für ein Studium und eine berufliche Zukunft in Sachsen zu gewinnen. Ägyptische Hochschulen sollen davon ebenso profitieren, etwa durch gemeinsame Studienangebote und Austausch in Lehre und Forschung. Dafür muss Tea Ahmed die sächsischen Hochschulen kennen: ihre Profile, die Menschen, die Kooperationen tragen, und die Orte, an denen studiert und geforscht wird. Begleitet hat sie Susanne Fentzel, die als Programmkoordinatorin der sächsisch-ägyptischen Hochschulpartnerschaft den Aufbau des Büros in Sachsen koordiniert. 

Das Büro

Das SSLO Kairo gehört zum Netzwerk der sächsischen Science Liaison Offices. Getragen wird es von den fünf staatlichen sächsischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften unter Federführung der Hochschule Zittau/Görlitz. Das Büro ist im DAAD-Regionalbüro Kairo angesiedelt und wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) gefördert. Es verbindet die Gewinnung von Studierenden mit dem Aufbau langfristiger Hochschulkooperationen, von gemeinsamen Studienangeboten bis zum Austausch in Lehre und Forschung. Sein Angebot steht allen sächsischen Hochschulen sowie weiteren Einrichtungen aus Wissenschaft, Forschung und Innovation offen.

Tea Ahmed ist in Kairo Ansprechpartnerin für Studieninteressierte, Hochschulen und Institutionen. Susanne Fentzel koordiniert die Arbeit des Büros an der Hochschule Zittau/Görlitz und stimmt die Vorhaben mit den Hochschulen, dem SMWK und dem DAAD ab.

Sachsen aus der Nähe

Die Reise führte durch Leipzig, Dresden und Chemnitz ebenso wie durch Zwickau, Freiberg, Mittweida und Zittau, an Universitäten wie an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Gerade die kleineren Hochschulstädte sind in Ägypten kaum bekannt. Dabei bieten sie, was bei der Wahl eines Studienorts zählt: kurze Wege, persönliche Betreuung und eine Umgebung, in der man schnell ankommt.

An allen Stationen standen Gespräche mit den Hochschulleitungen und International Offices auf dem Programm, dazu Rundgänge durch Labore, Werkstätten und Bibliotheken. In Leipzig traf Tea Ahmed die Hochschulleitungen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die das Büro tragen. An der HTW Dresden, der Hochschule Mittweida und der Hochschule Zittau/Görlitz erlebte sie die feierliche Immatrikulation der neuen Studierenden. Besuche in Studienkollegs zeigten, wie sich junge Menschen aus dem Ausland auf ein Studium in Deutschland vorbereiten.

Zum Abschluss besuchte Tea Ahmed die Hochschule Zittau/Görlitz. Bei der feierlichen Immatrikulation in der Johanniskirche ergab sich ein Austausch mit Staatssekretär Dr. Handschuh. Eine Fahrt durch das Zittauer Gebirge gehörte ebenfalls dazu, denn wer hier studiert, entscheidet sich auch für diese Landschaft und das Leben im Dreiländereck.

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In Ägypten denken viele bei Deutschland zuerst an Berlin oder München. Ich kann jetzt erklären, warum die Hochschulen von Zwickau über Chemnitz, Leipzig, Dresden, Mittweida und Freiberg bis nach Zittau für manche die bessere Wahl sein können. Ich werde aber genauso offen sagen, wo es schwierig wird, etwa bei der Sprache. Wer vorher weiß, was ihn erwartet, kommt in Sachsen besser an

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Tea Ahmed

Weichenstellung für eine langfristige Partnerschaft

An der HTW Dresden trafen sich die International Offices der Trägerhochschulen zu einem Workshop. Die Hochschulen haben dort zusammengetragen, welche Studiengänge sich für Studierende aus Ägypten eignen, welche Zielgruppen sie erreichen wollen und welche Formen der Zusammenarbeit mit ägyptischen Partnerhochschulen in Frage kommen. Auf dieser Grundlage wird derzeit ein gemeinsames Modell erarbeitet, wie die Hochschulen im Verbund Partnerschaften aufbauen und Studierende auf dem Weg nach Sachsen begleiten können. Im SMWK sprachen Tea Ahmed und Susanne Fentzel mit Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und Staatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann über den Aufbau des Büros. In Berlin stellte Tea Ahmed das Büro in der Botschaft der Arabischen Republik Ägypten Prof. Sameh Soror vor, dem Leiter der Bildungsabteilung. Beide Seiten sprachen über eine künftige Zusammenarbeit.

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Unseren Hochschulen und Unternehmen fehlt schon heute Nachwuchs, gerade außerhalb der großen Städte. Das Büro in Kairo setzt dort an, wo Fachkräftegewinnung am nachhaltigsten gelingt: bei jungen Menschen, die in Sachsen studieren, hier ihren Abschluss machen und in den Beruf gehen. Solche Wege entstehen nicht in einem einzigen Förderzeitraum. Partnerschaften brauchen Verlässlichkeit über viele Jahre, auf sächsischer wie auf ägyptischer Seite.

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Prof. Dr. Alexander Kratzsch, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz und Projektleiter des SSLO Kairo

Ausblick

Die Erfahrungen der Reise und die Ergebnisse des Workshops fließen derzeit in ein Konzept für die weitere Zusammenarbeit mit Ägypten ein. Ein erster Praxistest folgt im November beim Studieninformationstag des DAAD in Kairo. Dort stellen sich neben der Hochschule Zittau/Görlitz auch die Westsächsische Hochschule Zwickau, die Hochschule Mittweida und die TU Dresden vor. Die Hochschule Zittau/Görlitz reist mit einer Delegation an, zu der Professorinnen und Professoren mehrerer Fakultäten gehören. Geplant sind außerdem Gespräche mit ägyptischen Hochschulen, aus denen fachliche Verbindungen zwischen einzelnen Professuren und Partnern in Ägypten entstehen sollen. Tea Ahmed begleitet das Programm vor Ort.

Foto: Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch
Prof. Dr.-Ing.
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