Heilpädagogik studieren: Wie Inklusion den Blick verändert
Dr.in Anne Goldbach und Studentin Anna erzählen im hi@hszg-Podcast, wie das Studium gesellschaftliche Teilhabe, wissenschaftliche Reflexion und praktische Erfahrungen miteinander verbindet.
Was bedeutet es, Heilpädagogik zu studieren? Und was braucht es, damit Menschen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können? Darüber sprechen Dr.in Anne Goldbach und Studentin Anna in der neuen Folge des hi@hszg-Podcasts. Dabei wird deutlich: Im Bachelorstudiengang Heilpädagogik/Inclusion Studies geht es nicht allein um die Unterstützung einzelner Menschen, sondern auch um die Bedingungen, unter denen Teilhabe gelingt – oder verhindert wird.
Teilhabe statt Defizite in den Blick nehmen
Menschen mit Behinderung stehen im Zentrum des Studiengangs. Gleichzeitig lernen Studierende, soziale Benachteiligung und gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen: Welche Barrieren begegnen Menschen im Alltag? Welche Rolle spielen ihr Umfeld oder gesellschaftliche Einstellungen? Und was lässt sich verändern, damit bessere Teilhabe möglich wird?
„Wie sind denn die Teilhabebedingungen der Person? Wie kann man diese optimieren oder an welchen Stellschrauben müsste man drehen?“, beschreibt Anne Goldbach eine zentrale Frage des Studiums.
Studentin Anna bringt durch ihre vorherige Ausbildung zur Ergotherapeutin bereits praktische Erfahrungen mit. Im Studium habe sich ihre Perspektive verändert: Nicht der Mensch soll so verändert werden, dass er besser in seine Umwelt passt.
„Es geht eher darum, die Umwelt so anzupassen, dass alle Menschen sich gut darin bewegen können“, sagt Anna.
Hinterfragen, ausprobieren, praktisch werden
Schon im ersten Semester werden Studierende dazu angeregt, vermeintlich Selbstverständliches zu hinterfragen. Warum verwenden wir bestimmte Begriffe? Warum sind Strukturen so, wie sie sind? Und müssen wir sie einfach hinnehmen?
Neben wissenschaftlichen und fachlichen Grundlagen spielt deshalb auch die Praxis eine wichtige Rolle. In mehreren Praxisphasen lernen die Studierenden, Lebensumstände und Umfeld einer Person zu analysieren und daraus Möglichkeiten für bessere Teilhabe zu entwickeln. Anna wird für ihr nächstes Praktikum beispielsweise in eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderungen zurückkehren, die sie bereits aus einer vorherigen Praxisphase kennt.
Studieren in kleinen Gruppen
Auch darüber, wie sich das Studium in Görlitz anfühlt, sprechen Dr.in Anne Goldbach und Anna im Podcast. Viele Seminare, überschaubare Gruppen und der Austausch mit anderen Studienrichtungen prägen den Studienalltag. Anna, die für ihr Studium nach Görlitz gezogen ist, beschreibt die Stadt als ihr „perfektes Mittelmaß“ zwischen Großstadt und ihrer kleineren Heimatstadt im Spreewald.
Ihr Rat an alle, die noch auf der Suche nach dem passenden Studium sind: sich nicht unter Druck setzen, praktische Erfahrungen sammeln und sich Zeit nehmen, um herauszufinden, was wirklich zu einem passt.
Wie das Studium genau aufgebaut ist, welche Erfahrungen Anna in ihren Praxisphasen macht und was das Studieren in Görlitz besonders macht, erzählen sie in der neuen Folge des hi@hszg-Podcasts.