22. Juli 2026

Denkbar ist alles! - Wenn Wissenschaft und Stadt gemeinsam Zukunft gestalten

Eine Delegation der Stadt Bautzen besuchte die HSZG, um gemeinsam über Zukunftsperspektiven für die Region zu sprechen. Im Mittelpunkt stand die künftige Zusammenarbeit und das grüne Bauen von morgen.

Am 3. Juli besuchte eine Delegation der Stadt Bautzen die Hochschule Zittau/Görlitz, um gemeinsam über Zukunftsperspektiven für die Region zu sprechen. Kernthemen waren die vertiefte zukünftige Zusammenarbeit und das grüne Bauen von morgen 

Wie entstehen Zukunftsräume? Dort, wo Wissenschaft, Kommunen und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Das Treffen der Hochschule Zittau/Görlitz mit der Stadt Bautzen stand ganz im Zeichen dieser Idee. Im Fokus standen konkrete Ansätze für eine langfristige Zusammenarbeit, nachhaltiges Bauen und die gemeinsame Gestaltung der Oberlausitz als Innovationsregion.

Schnell wurde deutlich: Es geht nicht nur um Gespräche, sondern um konkrete Orte, Formate und Projekte, die Wissenschaft und Gesellschaft näher zusammenbringen. Daher wurde die Tagesordnung beim Treffen am 3. Juli im CELSIUZ spontan verändert und konkret an Pläne und Zielstellungen angepasst. Denn: Alle am Tisch waren sich einig, dass man gemeinsam Perspektiven und Zuversicht für die Zukunft schaffen wolle.

Es begrüßten Rektor Alexander Kratzsch und die Prorektorin für Forschung, Transfer und Internationales, Sophia Keil, die Delegation aus Bautzen rund um Oberbürgermeister Karsten Vogt, Bürgermeister Heiko Nowak, Mike Peter, Referent für Stadtentwicklung, Doreen Charlotte Hantschke von der Wirtschaftsförderung sowie Tobias Schlüter, Projektmitarbeiter bei der Stadt.

Ein besonderer Anknüpfungspunkt für die Zusammenarbeit ist die am Vorabend eröffnete denkBar | hromadźe in der Bautzener Innenstadt.

Neuer Ort der Begegnung - denkBar | hromadźe

Der offene Begegnungs- und Innovationsraum denkBar | hromadźe in der Bautzener Innenstadt schafft eine Plattform für Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung von Ideen für die Region. Hier kommen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung sowie weitere regionale Akteure zusammen, um Projekte anzustoßen, Lösungen zu entwickeln und Zukunft aktiv mitzugestalten. Der Name ist dabei Programm: „denkBar“ steht für einen Ort des offenen Denkens und der neuen Ideen, „hromadźe“ bedeutet auf Sorbisch „gemeinsam“. 

Die Räumlichkeiten bieten Platz für Workshops, Veranstaltungen, Ausstellungen, Diskussionsformate und die Zusammenarbeit von Initiativen, Netzwerken und Projekten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, Wissen sichtbar zu machen und gemeinsam Impulse für die nachhaltige Entwicklung der Region zu setzen.

Erfolgreiche Transferformate als wertvolle Anregungen

Die HSZG betreibt seit 2020 durch das Projektteam von Saxony5 den Transferraum CELSIUZ in den Mandauhöfen. In ihrem Impulsvortrag stellte Prof. Dr. Sophia Keil erfolgreiche Transferformate aus dem CELSIUZ vor und zeigte auf, wie Innovationsorte dazu beitragen können, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig miteinander zu vernetzen. Die Erfahrungen aus Zittau bieten wertvolle Anregungen für den weiteren Aufbau der denkBar in Bautzen.

Neben der Stadt- und Regionalentwicklung spielt die Sichtbarmachung von Forschung „Made in Oberlausitz“ eine besondere Rolle für die denkBar. Ein schöner Anknüpfungspunkt für den Wissenschaftstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft, darin waren sich alle Beteiligten einig. Das erste gemeinsame Event könnte schon in der Weihnachtszeit die Besuchenden des Wenzelmarktes begeistern.

Und auch das Büro des Bundesforschungszentrums für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen zieht in die neuen Räume ein. Das Thema Bauen zog sich wie ein Faden durch das gemeinsame Meeting. Dabei geht es um das grüne, nachhaltige Bauen für die Zukunft von morgen: Nicht nur auf dem Papier, sondern für die Wirtschaft einsetzbar, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. 

Das neue Bundesforschungszentrum soll unter anderem die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs im Bauwesen, die Entwicklung CO₂-armer Baustoffe und Bauverfahren und die Etablierung zirkulärer, ressourceneffizienter Bauweisen in den Blick nehmen. Es wird dezentral in Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen daran gearbeitet, denn Deutschlands Bauwirtschaft soll bis 2045 klimaneutral werden. Mit der Etablierung des Sitzes des Bundesforschungszentrums in Bautzen und der Ansiedlung von vor allem angewandter Forschung, die die schnelle und effiziente Überführung von neuen Produkten und Verfahren in die industrielle Fertigung vorantreiben soll, eröffnen sich der Oberlausitz große Chancen.

Die Zukunftsfähigkeit der Oberlausitz entscheidet sich nicht an einzelnen Projekten, sondern an der Stärke ihrer Netzwerke. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bautzen ist dafür ein gutes Beispiel, denn wir wollen nicht nur über Zukunft reden, sondern sie gemeinsam gestalten. Indem wir gemeinsam Lösungen entwickeln und Wissen in die Anwendung bringen, stärken wir die Resilienz unserer Region und schaffen die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung.

Prof. Dr.-Ing. Alexander Kratzsch, Rektor der HSZG

Die großen Zukunftsfragen unserer Region lassen sich nur gemeinsam beantworten. Wissenschaft, Kommunen und Wirtschaft müssen ihre Kompetenzen verbinden, um aus Ideen konkrete Lösungen entstehen zu lassen. Genau darin liegt die Stärke der HSZG: Als Hochschule für angewandte Wissenschaften bringen wir Forschung, Transfer und Menschen zusammen und schaffen gemeinsam mit unseren Partnern Perspektiven für die Zukunft der Oberlausitz.

Professorin Sophia Keil, Prorektorin Forschung, Transfer und Internationales

Alle Beteiligten teilten die Ansicht, dass man die jeweiligen Stärken vereinen wolle, um die Region als Ganzes voranzubringen. Neben der Ansiedlung des Bauforschungszentrums waren die MINT Bildung in Ostsachsen, die Halbleiteraktivitäten der HSZG und die ausgiebigen Transfererfahrungen der Hochschule Zittau/Görlitz in Wirtschaft und Gesellschaft, Themen der Sitzung.

Dass man nicht nur für Worte zusammengekommen war, merkte man allen Teilnehmenden an, denn erste Projekte mit festen Daten wurden schon direkt festgeklopft. Gute Dinge gemeinsam tun und auch darüber zu sprechen, auch darüber herrschte Einigkeit am Tisch.

In dreieinhalb Stunden Arbeitsberatung haben wir nicht nur darüber gesprochen, was möglich wäre. Wir haben konkrete Schritte für die kommenden Monate vereinbart und festgelegt, wie wir gemeinsam Projekte gestalten können. Das wird aus meiner Sicht für die Stadt Bautzen und die Hochschule Zittau/Görlitz gleichermaßen gewinnbringend sein.

Karsten Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Bautzen

Das Treffen machte deutlich: Die Zukunft der Oberlausitz entsteht dort, wo Wissenschaft, Kommunen und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Partnerschaft zwischen der HSZG und der Stadt Bautzen setzt hierfür ein starkes Zeichen – mit konkreten Projekten, gemeinsamen Innovationsräumen und dem klaren Ziel, die Region nachhaltig zu stärken.

Text: Kristin Sprechert
Fotos: Kristin Sprechert/ Lucas Wenzel

Foto: Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil
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