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Verbleibchancen junger Frauen in der Oberlausitz (7/2015 - 12/2016)

Forschungsprojekt zur "Verbesserung der Verbleibchancen junger Frauen in der Oberlausitz" - Analysen, Vernetzung, Handlungsempfehlungen

 

Ausgangspunkt des Forschungs- und Praxisprojektes ist die doppelte Frage: „Warum bleiben qualifizierte junge Frauen (nicht) in der Oberlausitz?“. In den letzten beiden Jahrzehnten sind aus dem Landkreis und der Region Oberlausitz überproportional viele junge Frauen abgewandert. Diese Abwanderung beschleunigt nicht nur die Alterung der Bevölkerung, sondern schwächt die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungspotentiale der Region. Vor diesem Hintergrund will das Projekt einerseits erforschen, welche Faktoren dazu beitragen (können), dass einige, junge und vor allem hoch qualifizierte Frauen die Region nicht verlassen, sondern bleiben (wollen). Andererseits und parallel zur Analyse sollen Betroffene und Verantwortliche miteinander ins Gespräch gebracht und in ihren Aktivitäten vernetzt werden, um Möglichkeiten der Verbesserung der Verbleibchancen für junge qualifizierte Frauen auszuloten und umzusetzen.

Projektlaufzeit: Juli – Dezember 2015

Offenkundig sind die Verbleibchancen für junge Menschen (16-35 Jahre) im Landkreis Görlitz relativ gering. Viele junge Frauen und Männer migrieren entweder dauerhaft oder für eine längere Zeit in andere Regionen. Den ersten Projektergebnissen zufolge wandern sie vor allem aufgrund unattraktiver Ausbildungs- und Studienangebote, infolge relativ schlechter Beschäftigungs- bzw. Karrierechancen. Diese sogenannte Bildungswanderung ist typisch für die Altersgruppe. Im privaten und öffentlichen Diskurs erscheint das Abwandern und die Abwanderungsbereitschaft aus dem Landkreis und der Region Oberlausitz als ‚Normalität'. Gleichzeitig ist die Bleibeorientierung bei den befragten jungen Frauen und Männern mit über 30% auffällig. Der Wunsch, im Landkreis leben zu bleiben, wird offensichtlich im Lebensverlauf durch die Entscheidung wegzugehen, korrigiert.

Befunde aus der ersten Projektlaufzeit zeigen, dass sich im Landkreis Görlitz die Erwerbsarbeits- und Karrierechancen junger Frauen nur in schmalen Segmenten des Arbeitsmarktes verbessert haben - insbesondere nach dem erfolgreichen Bildungsabschluss und Berufsstart, d.h. in der Altersgruppe 25-35 Jahre. Vor allem hochqualifizierte junge Frauen mit  sozial- und geisteswissenschaftlichen Abschlüssen begreifen sich als wenig wahrgenommene Gruppe, die sich trotz Bleibewilligkeit mit Abwanderung beschäftigen muss.

Projektlaufzeit: Januar – Dezember 2016

Im laufenden Projektzeitraum wird die detaillierte Auswertung der quantitativen Befragungen von Schülerinnen und Schülern im Landkreis und den Studierenden der Hochschule sowie den qualitativen Daten zu den ländlichen Lebenswelten qualifizierter Frauen vorgenommen. In Schwerpunkt-Werkstätten entwickeln die politischen und administrativen Akteure gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Akteuren Strategien zur Verbesserung der Verbleibchancen insbesondere für qualifizierter Frauen im Landkreis Görlitz. Um den Austausch der Frauen in der Region und darüber hinaus zu fördern, laden die Projektmitarbeiterinnen im Rahmen einer Netzwerkveranstaltung Frauen aus dem Landkreis Görlitz ein, miteinander bekannt zu werden und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. In enger Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises planen wir Veranstaltungen und Workshops entlang der Bedarfe nach Qualifizierung, beruflichen Perspektiven und Netzwerken in bestimmten Lebenslagen. Eine eigens entwickelte Website soll den analogen Austausch fortführen, Informationen bereithalten und als digitale Plattform auch potenzielle Zu- und Rückwanderinnen ansprechen.

Projektziele

  • Analyse der Faktoren, die junge qualifizierte Frauen im Landkreis Görlitz bzw. in der Region Oberlausitz zum Bleiben bewegen (können)
  • Vernetzung von Frauen und VertreterInnen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft

Untersuchungs- und Zielgruppe

  • Junge, vor allem gut ausgebildete Frauen in der Region im Alter von 16 bis ca. 35 Jahren
  • Organisierte AkteurInnen aus den Bereichen Politik und Verwaltung, Kultur und Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Bildung

Methodische Umsetzung

  • Quantitative Befragungen der SchülerInnen der gymnasialien Oberstufen im Landkreis und der Studierenden der Hochschule Zittau/Görlitz
  • Qualitative Forschung mit Experteninterviews, vertiefenden Einzelinterviews und Fokusgruppengesprächen
  • Veranstaltungen zum Informationsaustausch und zur Vernetzung verschiedener AkteurInnen in der Region


Projektträger und Projektbearbeiter

Projektträger des Forschungsprojekts ist der Landkreis Görlitz, vertreten durch die Gleichstellungsbeauftragte, Frau Ines Fabisch. Bearbeitet und verwaltet wird das Projekt vom TRAWOS-Institut der Hochschule Zittau/Görlitz. Der Freistaat Sachsen (Sächsische Staatskanzlei) fördert das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie Demografie.

2. Forschungswerkstatt „Leben in der Oberlausitz – Lebenswelten von qualifizierten Frauen“ am 05.09.2016 in Boxberg

Zur zweiten Forschungswerkstatt „Leben in der Oberlausitz – Lebenswelten von qualifizierten Frauen“ folgten 30 Multiplikator*innen aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Personalentwicklung, Verwaltung und Forschung unserer Einladung am 05.09.2016 nach Boxberg. -> Zusammenfassung

 

Prof. Ulrike Gräßel fasst die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Dorf.Leben zusammen

Workshop „Bleiben. Verstehen. Anerkennen“ am 17.12.2015 in Görlitz

Protokoll zum Workshop „Bleiben. Verstehen. Anerkennen“
am 17.12.2015 in der Aula der HSZG am Standort Görlitz

Forschungswerkstatt „Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt?“ am 30.05.2016 in Löbau

Dezernentin Heike Zettwitz begrüßt die Teilnehmer_innen und führt durch den Werkstatttag.

Der Einladung zur ersten Forschungswerkstatt „Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt?“ folgten 30 Multiplikator_innen aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Personalentwicklung, Verwaltung sowie Wissenschaft und Forschung in das inspirierende Haus Schminke in Löbau. Eine Zusammenfassung finden Sie hier.

Julia Gabler, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt, zur Lage qualifizierter Männer und Frauen im Landkreis Görlitz
Dr. Anita Kottwitz stellt die quantitative Erhebung vor.
Strategien aus der Praxis erläutert Wilfried Köhler aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt.
Claudia Muntschick, Geschäftsführerin im Haus Schminke, erzählt anekdotenreich, was dem Architekten Hans Scharoun wichtig war und warum Gäste sich hier so wohlfühlen.
Arbeitsgruppe Know-how mit Ansgar Kaup, Diana Schieback, Georg von Nessler, Jan Hufenbach, Anja Nixdorf-Munkwitz, Luna Weineck, Stefan Waurich, Sandy Marschke, Michaela Lange und Sabine Schaffer (von rechts nach links).
Design-Thinking – Ansgar Kaup erläutert die Methode.
Raum miteinander ins Gespräch zu kommen: Ansgar Kaup, Axel Krüger, Arielle Kohlschmidt (von rechts nach links).
Axel Krüger und Anja-Christina Carstensen fassen Ansätze einer Vision zusammen.
Zentrale Denkfigur: Susanne, 28 Jahre, Altenpflegerin aus Niesky.
Handlungsempfehlungen für Geschlechtersensibilität (auch für Führungsebenen).

Kontakt

Projektleitung:

Prof. Dr. Raj Kollmorgen

r.kollmorgen@hszg.de

 

Prof. Dr. Ulrike Gräßel

u.graessel@hszg.de

 

Projektkoordination:

Julia Gabler, Dipl. Soz.-Wiss.

j.gabler@hszg.de

Tel. 03581 374-4345

 

wiss. Mitarbeiterin:

Dr. Anita Kottwitz

a.kottwitz@hszg.de

Tel. 03581 374-4341

 

Projektträger

Landratsamt Görlitz

Ines Fabisch, Gleichstellungsbeauftragte
des Landkreis Görlitz

Bahnhofstraße 24,
02826 Görlitz

gleichstellungsbeauftragte@kreis-gr.de

Tel.: 03581 663-9009

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