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Religionssensible Integrationskultur in Ostsachsen - Erkundung, Erprobung, Gestaltung (7/2018 - 12/2020)

Forschungsprojekt

Das Projekt unterstützt die Ausbildung einer religionssensiblen Integrationskultur bei und zwischen Einheimischen und Migrant*innen im LK Görlitz durch die Anregung und Organisation (inter-)religiöser Kommunikations-, Bildungs- und Erfahrungsprozesse. Im Zentrum stehen wechselseitiges Kommunizieren und Lernen von und zwischen Atheisten und Gläubigen heterogener Religionen/Konfessionen durch die Konzeptualisierung, Planung und Umsetzung dialogischer Bildungsformate und Module im Sinne eines Pilotprojekts. Die angestrebte Vernetzung von Akteuren im Handlungsfeld (soziale Integration und die Rolle der Religion) wird dadurch ermöglicht und vorangetrieben.


Ausgangslage

Ostsachsen steht vor erheblichen sozial-integrativen Herausforderungen. Neben den problematischen wirtschaftlichen Entwicklungschancen stellt die erhebliche Migration aus Ostmitteleuropa und dem globalen Süden eine weitere Herausforderung dar. Das religiös geprägte Leben sowie die identitätsstiftende Rolle der Religion bei Zuwanderern aus Osteuropa (Polen, Tschechen, Rumänen u.a.) und Fluchtmigranten (insb. aus dem Nahen Osten) löst bei vielen Ostdeutschen Fremdheits- und Angstgefühle aus und stellt eine gravierende Hürde für gelingende Sozialintegration vor Ort dar. Integrations- und Kommunikationsprobleme können aber auch in den konfessionell unterschiedlichen christlichen Gemeinden sowie in Gemeinschaften anderer Religionen festgestellt werden. Fehlendes Wissen und Mangel an Austausch ist sowohl für religiös gebundene als auch für nicht-religiöse Menschen ein Thema.

 

Handlungsziele

  • Vermittlung von Kenntnissen über Religionen/religiös geprägte Kulturen an Einheimische und Migrant*innen (unterschiedlicher Herkunft/religiöser Zugehörigkeit) in der Region und damit Zugang zu und Verstehen von religiösen Kulturen (deren Werten, Normen, Handlungsorientierungen und deren Bindungskräften)

  • Vermittlung eines toleranz- und integrationsgeprägten respektvollen Umgangs mit den vielfältigen religiösen Überzeugungen, Glaubens- und Wertegemeinschaften

  • Schaffung von Voraussetzungen für eine gelingende soziale Integration von Einheimischen und Migrant*innen durch (inter-)religiöse Kommunikations-, Bildungs- und Erfahrungsprozesse (unter Einschluss kritischer und konfliktuöser Auseinandersetzungen)

  • Ermöglichung wechselseitigen Lernens und Realisierung bildungsgestützter lokaler Sozialintegration von Atheisten und Gläubigen heterogener Religionen/Konfessionen durch Planung und Umsetzung von ersten dialogischen Bildungsprojekten (Pilotprojekt)

 

Zielgruppen

  • Vertreter*innenverschiedener religiöser Gemeinschaften, die in Dialog-, Bildungs-, Migrations- und Integrationsprojekten tätig sind oder sein wollen,

  • Professionelle und ehrenamtlich Engagierte in der Kinder- und Jugend-, Flüchtlings-, Migrations- und lokalen Sozialarbeit,

  • Vertreter*innen von politischen, administrativen und zivilgesellschaftlichen und Bildungsorganisationen, die in den Bereichen des interethnischen und interreligiösen Dialogs, in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit, in der politischen Bildungsarbeit u. ä. tätig sind.

 

Umsetzung

2018:

  • Wissenschaftlich gestützte Exploration und Beschreibung der regionalen Lage (Ostsachsen) im Handlungsfeld einer religionssensiblen Dialog- und Integrationskultur sowie Bildungsarbeit

 

2019 – 2020:

  • Realisierung von drei Workshops mit Expert*innen und Akteur*innen des Feldes (siehe oben: Zielgruppen) zur Diskussion der Befunde, Rekrutierung von Partnern, Netzwerkbildung sowie der Vorbereitung und Durchführung von Bildungs- und Dialogformaten (Veranstaltungsmodule)

  • Konzipierung von Veranstaltungsmodulen zu religionssensibler Integrationskultur in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, die auch als Multiplikatoren fungieren.

 

Projektträger und Projektbearbeiter

Projektträger des Forschungsprojekts ist das TRAWOS-Institut der Hochschule Zittau/Görlitz. Der Freistaat Sachsen fördert das Projekt im Rahmen des Landesprogramms Integrative Maßnahmen. Der Landkreis Görlitz fördert das Projekt im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule Zittau/Görlitz.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuer-mitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Kontakt

Projektleitung:

Prof. Dr. Raj Kollmorgen

r.kollmorgen@hszg.de

Tel. +49 (0)3581-374-4259

 

Projektkoordination:

Sînziana Schönfelder,
Dipl. Soz.-Wiss.

Sinziana.Schoenfelder@hszg.de

Tel. +49 (0)3581 374-4671

 

Projektmitarbeiterin:

Maria J. Schubert,
KommPsych. (B.A.)

Maria.Schubert@hszg.de

Tel. +49 (0)3581 374 - 4991

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