Faktoren der Regionalentwicklung (2011-2014)

Instrumentenkoffer für regionale Vorausschau

 

Im Verlauf verschiedener Forschungsprojekte konnten 11 Faktoren herauskristallisiert werden, die für die gegenwärtigen sozialen, demografischen, kulturellen, ökologischen und ökonomischen Entwicklungen in ländlichen Regionen wie der Oberlausitz von richtungsweisender Bedeutung sind.

Dazu gehören

  1. Die Region als Transformationsraum =  Identifikationsebene für gesellschaftliche Steuerungsprozesse

  2. demografischer Wandel = Veränderung der Bevölkerung in sozialer Zusammensetzung und Altersstruktur auf Grund von Geburtenrückgängen und Abwanderung

  3. Transferbeziehungen = materielle wie immaterielle Austauschbeziehungen innerhalb der Region wie auch interregional

  4. Wettbewerb = Im Wettbewerb der Regionen prägt dieser die Austragungsform und wird zum Bewegungsmuster für Wandel

  5. Konstellationen von Akteure = Beziehungen zwischen Handelnden und Entscheidungsstrukturen

  6. Politische und administrative Rahmenbedingungen

  7. Ressourcensouveränität = Die Verfügbarkeit von natürlichen, wirtschaftlichen, kulturellen Ressourcen und die Regeln/Strukturen für deren Nutzung zur Entwicklung und Umsetzung von Lösungsstrategien

  8. Innovationsbedingungen = entwicklungsrelevant als Rahmen für die Entfaltung von Erneuerungspotenzialen

  9. Kritische Masse = als negative oder positive kritische Massen entscheidend für die Leistungsfähigkeit endogener Potenziale in einer Regionen und als solches ein Grenzwerte für deren Handlungs‐ u. Entwicklungsfähigkeit

  10. Beteiligungsqualität = Mitwirkung und Akzeptanz der Bürgergesellschaft an gesellschaftlichen Problemlösungen und politischen Entscheidungen

  11. Sinn- und Glückshaushalt

 

Diese befinden sich mehrfach in Wechselwirkungen und gegenseitiger Abhängigkeit zueinander, was den Umgang und deren Berücksichtigung seitens politischer Entscheidungsträger erschwert. Administrative Struktureinheiten wie der Landkreis Görlitz müssen aber mit den Herausforderungen wirtschaftlicher Strukturschwäche, Bevölkerungsrückgang, Leerständen und sich entrichtenden Räumen umgehen. Sie sind aufgefordert langfristige Entwicklungskonzepte, zukunftsorientierte Strukturen und Institutionen auf lokaler und regionaler Eben im Umgang mit diesen Herausforderungen zu entwickeln.Denn heutige politische und verwaltungstechnischer Handlungen und Entscheidungen sind maßgeblich für mögliche zukünftige Entwicklungspfade. Dafür benötigen Verwaltungen und Administrationen Wissen und Kompetenzen, sprich Forschung die wissenschaftlich fundiert Erkenntnisse bereitstellt und deren Einbeziehung bei der Entwicklung neuer Konzepte und bei der Umsetzung politischer Strategien unabhängig begleitet. So bspw. über Indikatoren für die einzelnen aufgezählten Faktoren und ihre Korrelationsbeziehungen.

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