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07. Januar 2019

Deutsche Reaktorsicherheitsforschung ohne Zukunft?

Weit gefehlt, wie das Doktorandenseminar des Kompetenzzentrums Ost für Kerntechnik am 13. Dezember bewies.


Doktoranden des KOMPOST bei der Vorstellung Ihrer Forschungsthemen.
Doktoranden des KOMPOST bei der Vorstellung Ihrer Forschungsthemen.

Ein wichtiges Grundanliegen beschäftigt das alljährliche Doktorandenseminar des Kompetenzzentrum Ost für Kerntechnik (KOMPOST). Auch nach dem Ausstieg Deutschlands aus der Kerntechnik im Jahr 2022 soll es im Land weiterhin Ingenieure geben, die das Wissen bündeln und an Studierende weitergeben können. In diesem Jahr lud die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) durch ihr Institut für Prozessautomatisierung, Prozesstechnik und Messtechnik (IPM) am 13. Dezember ihre Partner ins Zittauer Gebirge ein. Die Gäste von der TU Dresden (TUD), dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sowie dem VKTA Rossendorf wurden durch den Rektor Professor Albrecht begrüßt.

Im Anschluss beantwortete der wissenschaftlich-technische Direktor der Gesellschaft für Reaktor- und Anlagensicherheit, Herr Stoll die Frage: Reaktorsicherheitsforschung in Deutschland ohne Zukunft? mit einem klaren Nein. Zudem führte er anhand von Beispielen zukünftige Herausforderungen, insbesondere auch im internationalen Kontext, aus. Um diese anzugehen, unterstrich er den langfristigen Bedarf an qualifizierten Ingenieuren.

Im Hauptteil der Veranstaltung präsentierten Doktorandinnen und Doktoranden ihre durchgeführten Arbeiten und erzielten Ergebnisse in denen von ihnen bearbeiteten öffentlich geförderten Projekten. Insgesamt neun Präsentationen und Poster dienten der Darstellung und Diskussion der Projektfortschritte auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheitsforschung. Die Themen umfassen beispielsweise Experimente und Simulationsrechnungen zur sicheren Wärmeabfuhr aus dem Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente sowie aus dem Reaktor selbst, Analysen zu Neutronenflussschwankungen in Druckwasserreaktoren und Untersuchungen für den Betrieb von Generation IV-Reaktoren.

Unter den ca. 50 Teilnehmern befanden sich neben den Vortragenden der vier Institutionen des KOMPOST und ihren fachlichen Betreuern auch Vertreter der Industrie, von Institutionen des Bundes und der Projektträger sowie interessierte Angehörige und Studierende der HSZG.

Auch wenn der Ausstieg aus der Kerntechnik beschlossen wurde, werden neue fachlichen Herausforderungen die Forschung beschäftigen. Der Schwerpunkt verschiebt sich dabei vom Betrieb der kerntechnischen Anlagen zum Rückbau und der Endlagerung. Bereits jetzt wird qualifiziertes Ingenieurpersonal dafür gesucht. 


Ihr Ansprechpartner


Prof. Dr.-Ing.
Wolfgang Kästner
Institut für Prozeßtechnik, Prozeßautomatisierung und Meßtechnik
Standort Zittau
Theodor-Körner-Allee 8
Gebäude Z IVc, Raum C1.17
03583 612-3580
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