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05. Mai 2020

Das Coronavirus und Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Internationaler Zusammenschluss von Forschenden aus mehr als 14 Ländern untersucht, wie sich die Coronavirus (COVID-19)-Pandemie auf diese Menschen und ihre Familien auswirkt.


Eine Person sitzt an einem Laptop. Man sieht nur ihren gelben Pullover und ihre Hände, die auf der Tastatur schreiben.
Photo by Christin Hume on UnsplashWir möchten Sie herzlich bitten, an einer Forschungsstudie teilzunehmen. Ziel der Studie ist es, die unterschiedlichen Erfahrungen mit COVID-19 bei Personen mit und ohne Behinderung in verschiedenen Ländern zu bewerten.
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Ihre Mithilfe ist gefragt!

Prof. Dr. phil. Ingolf Prosetzky ist Professor für Heilpädagogik/Inclusion Studies an der HSZG und richtet sich mit folgendem zeit-sensiblen Anliegen an Sie. Derzeit ist er in zwei internationale Projekte eingebunden, welche die Auswirkungen der Coronavirus (COVID-19)-Pandemie auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Form von Online-Fragebogen erforschen. Die Frist für die Online-Befragungen endet, wenn die wichtigsten infektionsschützenden Maßnahmen (Schule, Wohnheim, Arbeit) gegen die Ausbreitung des Coronavirus aufgehoben sind.

Die infektionsschützenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben weitreichende Folgen für uns. Viele haben die beängstigenden Bilder über chaotische Zustände in Krankenhäusern in China, Norditalien und Spanien vor Augen. Andere sorgen sich eher über die Folgen der Kontaktbeschränkungen, die sozialen Isolationsmaßnahmen oder um ihre berufliche Existenz. Wie gehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen mit dieser Situation um? Und was bräuchten Sie? Was wünschen Sie sich? Was können wir voneinander lernen, um ähnliche Herausforderungen zukünftig besser meistern zu können? Um diese Fragen besser beantworten zu können, haben derzeit zwei internationale Forschungsteams zwei verschiedene Online-Fragebögen erstellt.

Der erste Fragebogen richtet sich explizit an Familien. Er wurde von Prof. Andrea Samson und Dr. Daniel Dukes, von der Universität Fribourg (Schweiz) und Prof. Jo van Herwegen vom University College London entwickelt. Diese Befragung wird gegenwärtig in Australien, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Österreich, Schweden, Spanien, Tschechien und den USA durchgeführt.

Die zweite Studie ist direkt an Erwachsen mit und ohne Behinderungen adressiert. Die US-amerikanischen Forscherinnen Prof. Connie Sung und Prof. Marisa Fisher (Michigan State University) wollen herausfinden, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Beschäftigung im Arbeitsleben und das allgemeine Wohlbefinden hat. Erfragt werden die Lebenszufriedenheit, das Stressniveau und welche soziale Unterstützung sie erleben. Diese Erkenntnisse werden später je Land, aber auch im internationalen Vergleich ausgewertet. Derzeit liegt dieser Fragebogen auf Chinesisch, Schwedisch, Französisch, Koreanisch, Taiwanesisch, Spanisch, Deutsch und Griechisch vor.

Wir möchte ich Sie ganz herzlich bitten, sich möglichst zeitnah an den Umfragen zu beteiligen. Wir versichern Ihnen, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Die Daten dürfen nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Die Umfragen sind anonym gehalten und erlauben keine Rückschlüsse auf Ihre Identität. Es werden weder Namen, Geburtstagsdatum, Email-Adresse oder andere Kontaktdaten erfragt.

Übersicht Umfragen und weitere Informationen:

  • Studie 1: Online-Fragebogen für Eltern und Betreuungspersonen

    Worum geht es in dieser Studie? Das Ziel dieses internationalen Forschungsprojekts ist herauszufinden, wie Personen mit besonderen Bedürfnissen mit der COVID-19-Pandemie und all ihren Konsequenzen umgehen. Uns interessieren ihre ganz besonderen Erfahrungen während der Krise, ebenso wie die ihrer Eltern.

    Wer kann mitmachen? Eltern und Betreuungspersonen von Menschen (Kindern und Erwachsenen) mit besonderen Bedürfnissen (z.B. Autismus-Spektrum-Störung, Williams-Beuren-Syndrom, Down-Syndrom, etc.)

    Warum sollten Sie teilnehmen? Sie helfen uns dabei ein besseres Verständnis der Erfahrungen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen und ihren Familien zu bekommen und helfen somit bei der Mitgestaltung künftiger Interventionen zur Verbesserung ihrer Lebensqualität. 

    Der direkte Link zum Fragebogen ist: fpse.qualtrics.com/jfe/form/SV_e8xpo5rv4mAbzz
    oder https://fpse.qualtrics.com/jfe/form/SV_e8xpo5rv4mAbzzT

    Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne per Mail zur Verfügung. emotion(at)unidistance.chWeitere Infos siehe Flyer und auf unserer Website: www.specialneedscovid.org

    Prof. Andrea Samson & Dr. Daniel Dukes, Universität Fribourg & UniDistance (CH) Dr. Jo Van Herwegen, UCL Institute of Education (UK)

    Weitere internationale Projektpartner in 14 Ländern u.a. Prof. Sven Bölte, Center of Neurodevelopmental Disorders, Schweden, Prof. Ruth Campos, Universidad Autónoma de Madrid, Spanien, Prof. Antonio Hardan, Stanford University, USA, Prof. Ingolf Prosetzky, HSZG

  • Studie 2: Online-Fragebogen für Erwachsene (mit und ohne Behinderung)

    Worum geht es in dieser Studie? Ziel der Studie ist es, die unterschiedlichen Erfahrungen mit COVID-19 bei Menschen mit und ohne Behinderung in verschiedenen Ländern zu bewerten. Insbesondere werden Sie nach COVID-19 und seinen Auswirkungen auf Aspekte Ihres täglichen Lebens gefragt, einschließlich Stress, Unabhängigkeit und Beschäftigungsstatus.

    Wer kann mitmachen? Personen ab 18 Jahren mit und ohne Behinderung. Wenn Sie für eine Person mit einer Behinderung sorgen, können Sie die Umfrage gemeinsam oder im Namen dieser Person ausfüllen und deren Antworten eintragen.

    Warum sollten Sie teilnehmen? Sie helfen uns dabei ein besseres Verständnis der Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen zu bekommen und helfen somit bei der Mitgestaltung künftiger Interventionen zur Verbesserung ihrer Lebensqualität. 

    Der direkte Link zum Fragebogen: msu.co1.qualtrics.com/jfe/form/SV_88QMXbf6WvdZIUt

    Der Link für Soziale Medien ist: tinyurl.com/MSU-COVID-Social

    Das Ausfüllen des Bogens dauert ca. 15-20 min. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: csung@msu.edu. Weitere Infos siehe Flyer. 

    Prof. Dr. Connie Sung und Prof. Dr. Marisa Fisher (Michigan State University, USA)

    Internationaler Projektpartner ist u.a. Prof. Ingolf Prosetzky, HSZG

  • Info-Materialien zum Thema COVID-19 und Menschen mit Behinderung

    Die Task Force Leichte Sprache und Corona hat eine umfangreiche Materialsammlung zusammengestellt. Diese enthält regelmäßig aktualisierte Wissensbeiträge, ein Lexikon, Links zu Videos und Angebote für die Alltagsgestaltung. Zum Beispiel: Koch-Rezepte und Yoga-Videos in Leichter Sprache oder Anleitungen für Computer-Programm: Corona Leichte Sprache – Wissen über Corona in leichter Sprache

    Auf der Website der DGSGB (Deutsche Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung) wird ein Info-Paket zum Coronavirus (SARS-CoV-2) zum Download angeboten, das Piktogramme und Dokumente in einfacher Sprache enthält. Zur Website:https://dgsgb.de/ oder direkt zum Downloadhttps://dgsgb.de/downloads/Corona_bei_IM.zip

    Empfehlungen der Lebenshilfe zu COVID-19 

    COVID-19 und Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung. Stellungnahme des Lehrstuhls Pädagogik und Rehabilitation für Menschen mit geistiger und schwerer Behinderungder Universität zu Köln im April 2020 zur Vulnerabilitätdes Personenkreises 

Ihre Ansprechperson

Prof. Dr. phil.
Ingolf Prosetzky
Fakultät Sozialwissenschaften
Standort 02826 Görlitz
Furtstraße 2
Gebäude I, Raum 2.07
03581 374-4287
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