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Symbolischer Spatenstich und Podiumsdiskussion

11. Sep. 2013

Neues »Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz« entsteht in Zittau.

Heute fand in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochschule Zittau/Görlitz der symbolische Spatenstich zum Neubau eines Fraunhofer-Technikums statt. Namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung informierten die etwa 80 Gäste im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur inhaltlichen Ausrichtung und Vision des neuen »Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz«. Dieses soll bis 2015 im Dreiländereck entstehen. Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, die Hochschule Zittau/Görlitz sowie die Technische Universität Chemnitz setzen damit auf eine Vertiefung des Wissens- und Technologietransfers mit der Kunststoffbranche in Sachsen. Schwerpunktmäßig soll noch intensiver an der Entwicklung und Erprobung von Leichtbautechnologien geforscht werden. 

Der Wirtschaftsstandort Lausitz bietet mit einer Vielzahl von Unternehmen, die Produkte aus Kunststoff herstellen, verarbeiten und anwenden, eine gute Basis für nachhaltige Forschungs- und Entwicklungskooperationen. Eine vom Freistaat Sachsen geförderte Fraunhofer-Projektgruppe arbeitet daher bereits seit 2011 an der Entwicklung von Leichtbautechnologien. Mit dem Spatenstich für ein neues Fraunhofer-Technikum wird der Transfer von Forschungs-Know-how in die Region jetzt weiter ausgebaut. 

»Mit der Vertiefung unserer Zusammenarbeit werden wir über das Dreiländereck hinaus wichtige Entwicklungsimpulse setzen«, erklärt Dr. Welf-Guntram Drossel, kommissarischer Institutsleiter des Fraunhofer IWU. »Hoch belastbare Kunststoffbauteile sind insbesondere in den deutschen Schlüsselbranchen Automobil- und Maschinenbau zunehmend gefragt. Die Leichtbaupotentiale sind allerdings noch nicht ausgeschöpft. Hier setzen wir mit unseren Partnern in Forschung und Wirtschaft an, um gemeinsam wettbewerbsfähige Lösungen zu erarbeiten. Langfristig soll sich die Projektgruppe Zittau des Fraunhofer IWU auf diesem Weg zu einem der führenden Forschungsdienstleister für die Kunststoffbranche entwickeln.« 

Podiumsdiskussion

Im Verlauf der Podiumsdiskussion stellten namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung die Vision und Bedeutung des neuen »Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz« heraus. Zu den Referenten gehörten: Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft; Prof. Sabine von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst; Michael Kretschmer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Sachsen; Jörg Schicktanz, Geschäftsführer der Schicktanz GmbH Sohland/Spree; Uwe Berg, Director Engineering Bautzen der Bombardier Transportation GmbH, sowie Prof. Friedrich Albrecht, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz. Moderiert wurde die Diskussion von Uwe Tschirner, Geschäftsführer Oberlausitz TV.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

»Die erfolgreiche Arbeit der bereits seit 2011 bestehenden Fraunhofer-Projektgruppe sowie die vielversprechenden wirtschaftlichen Perspektiven im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien haben uns dazu bewogen, den Standort in enger Kooperation mit der Hochschule Zittau/Görlitz auszubauen«, erklärt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Mit dem symbolischen Spatenstich für den Neubau des Fraunhofer-Technikums unterstreichen wir zum einen unsere Ambitionen, gemeinsam mit der regionalen kunststoffverarbeitenden Industrie an marktreifen Technologien zu arbeiten. Darüber hinaus steht die Vertiefung des Technologie- und Wissenstransfers beispielhaft für die zuletzt sehr erfolgreichen Bemühungen von Fraunhofer, noch enger mit Fachhochschulen zu kooperieren. Hierbei werden wir aktiv vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Ländern unterstützt. Die Kompetenzen von Fraunhofer, der TU Chemnitz sowie der Hochschule Zittau/Görlitz werden im neuen ‚Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz‘ gebündelt. Gemeinsam wird es uns gelingen, die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig auszubauen.«

Prof. Sabine von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Prof. Sabine von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, sieht eine Reihe von Synergieeffekten durch die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und regionalen Unternehmen: »Forschung, Entwicklung und Innovation sind wichtige Treiber für die wirtschaftliche Dynamik einer Region. Mit dem Ausbau der Projektgruppe des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU zum ‚Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz‘ kann ein solcher Entwicklungsschub erfolgreich gelingen. Den Unternehmen in der Region werden hier technologische Spitzenleistungen geboten. Und auch für die Hochschule Zittau/Görlitz erschließt sich mit der neu entstandenen Kooperationsmöglichkeit ein ganzes Bündel weiterer Chancen. Die personellen Verschränkungen beider Einrichtungen werden neue Synergien heben.«

Michael Kretschmer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Sachsen

Michael Kretschmer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Sachsen, wies insbesondere auf die Bedeutung der Investition für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Oberlausitz hin: »Wie kaum eine andere Wissenschaftsorganisation steht die Fraunhofer-Gesellschaft für Fortschritt ‚Made in Germany‘. Der Spatenstich für das ‚Fraunhofer-Technikum‘ in Zittau ist ein wichtiger Schritt, um mit dem Fraunhofer IWU einen international führenden Forschungsdienstleister für die Kunststoffbranche zu entwickeln. Der Ausbau dieser wichtigen Schlüsseltechnologie im Dreiländereck wird den Wirtschaftsstandort Oberlausitz nachhaltig stärken.«

Professor Friedrich Albrecht, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz
»Wir freuen uns sehr«, so Professor Friedrich Albrecht, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, »dass heute hier der symbolische Spatenstich für den Baubeginn des Fraunhofer-Technikums in der Oberlausitz erfolgen kann. Dieser erfolgt direkt auf dem Zittauer Campus und das wird die Vernetzung des Fraunhofer IWU mit den Ingenieurwissenschaften unserer Hochschule, insbesondere dem Maschinenbau, enorm befördern. Mich freut es überaus, dass es mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums gelungen ist, dieses Projekt mit einer gemeinsamen Professur ‚Funktionsintegrierende Kunststofftechnologien‘ zu untersetzen. Für mich bedeutet dieser Tag ein ganz wichtiges Signal: Für die Stärkung des Technologietransfers in die Region, für die Stärkung des hiesigen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts. Es ist aber auch ein Signal an unsere aktuellen und zukünftigen Studierenden: Hier wird an großen und innovativen Rädern gedreht – und ihr könnt dabei sein.«

 

Jörg Schicktanz, Geschäftsführer der Schicktanz GmbH Sohland/Spree

Jörg Schicktanz, Geschäftsführer der Schicktanz GmbH Sohland/Spree, erklärt:

»Als Konsortium ‚smart3 | materials – solutions – growth‘ stellt sich uns mit dem Gewinn im Forschungsprogramm ‚Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovationen‘ die Frage: Wie wollen wir 2020 leben? Mit smart3! Bei der Umsetzung bauen wir dabei auch auf die Forschungsaktivitäten des Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz – mit dem gemeinsamen Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen und den regionalen Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken.«

Uwe Berg, Director Engineering Bautzen der Bombardier Transportation GmbH

Uwe Berg, Director Engineering Bautzen der Bombardier Transportation GmbH, ergänzt: »Der Einsatz von Kunststoffen und Kunststoffverbunden wird künftig eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Insbesondere ist unser Unternehmen daran interessiert, die Potentiale in Bezug auf Leichtbau und den funktionellen Einsatz umfassend zu nutzen. Das ‚Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz‘ kann hier entscheidende Impulse für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und somit für die gesamte Region setzen.«

 

Symbolischer Spatenstich

Im Anschluss erfolgte der symbolische Spatenstich für das Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz in Zittau (im Bild v.l.n.r.: Uwe Berg – Director Engineering der Bombardier Transportation GmbH; Prof. Friedrich Albrecht – Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz; Dr. Welf-Guntram Drossel – komm. Institutsleiter des Fraunhofer IWU; Prof. Sabine von Schorlemer – Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst; Prof. Reimund Neugebauer – Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft; MdB Michael Kretschmer – Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Sachsen; Jörg Schicktanz – Geschäftsführer der Schicktanz GmbH Sohland/Spree; Prof. Lothar Kroll – Leiter der Projektgruppe Zittau des Fraunhofer IWU und Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung an der TU Chemnitz).

Quelle: © Fraunhofer IWU 

Die Fraunhofer-Gesellschaft investiert in den Neubau des Technikums. Darüber hinaus unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen eines Fraunhofer-Fachhochschul-Programms den Aufbau eines zweiten Arbeitsgebietes »Funktionsintegrierende Kunststofftechnologien« innerhalb der Projektgruppe mit 2,5 Mio. € bis 2017. Die Leitung der Projektgruppe übernimmt Prof. Dr.-Ing. habil. Lothar Kroll, Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung an der TU Chemnitz sowie CEO des Bundesexzellenzclusters »MERGE – Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen«. Zudem wird die Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz durch die Einrichtung einer Professur »Funktionsintegrierende Kunststofftechnologien« weiter ausgebaut. Das Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz wird unter anderem an neuen Leichtbautechnologien und -verfahren, intelligenten Werkstoffen sowie Rapid Prototyping auf Kunststoffbasis forschen.


Weitere Informationen zum Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und

Umformtechnik IWU unter: www.iwu.fraunhofer.de.

 

Weitere Informationen zur Hochschule Zittau/Görlitz unter:

http://www.hszg.de

Letzte Änderung:13. Dezember 2017

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