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Herausforderungen des Alterns

01. Okt. 2013

Bericht zur Eröffnungsveranstaltung des Wissenschaftsjahres 2013/2014 der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) am 24.09.2013

Raj Kollmorgen 

 

Die diesjährige Eröffnungsveranstaltung zum neuen Wissenschaftsjahr, die in Görlitz unter Beteiligung von etwa 50 WissenschaftlerInnen, PraktikerInnen und Gästen stattfand, widmete sich dem Thema: Die alternde Gesellschaft: Herausforderungen an Wirtschaft, Technik, Politik und Kultur.

Grundgedanke der Tagung war es, das gesellschaftspolitische Problem einer alternden Gesellschaft sowohl aus wissenschaftlicher Perspektive aufzugreifen, d.h. innovative Forschungsansätze sowie Forschungsergebnisse von Projekten an der Hochschule vorzustellen, als auch Anwendungen von Ergebnissen, Kooperationschancen von Wissenschaft und Politik sowie praktische Lösungsansätze, insbesondere auf regionaler Ebene, zu diskutieren. Dabei war es den Organisatoren und Vortragenden wichtig, die Realität der „alternden Gesellschaft“, also die sich beschleunigende Zunahme des Anteils Älterer an der Gesamtbevölkerung, nicht allein als Problem des Alterns und Älterer zu begreifen, sondern sich verändernde Generationenbeziehungen und Lebenschancen Jüngerer als integrale Problemdimensionen zu betrachten.

Nach der offiziellen Eröffnung des Wissenschaftsjahres durch den Rektor der Hochschule, Herrn Prof. F. Albrecht, skizzierte der Prorektor Forschung, Herr Prof. T. Zschunke, die Idee sowie die konkreten Vorhaben der Hochschule im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2013/14, wobei er insbesondere auf die undefinedForschungsschwerpunkte und Forschungsvernetzungen einging. Im Anschluss überbrachte Frau Wilma Jessen Grußworte der Sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Christine Clauß, und sprach über die gegenwärtigen Problemlagen der alternden Gesellschaft und ihrer politischen Herausforderungen im Freistaat.

Wilma Jessen

(Die folgenden Präsentationen finden sich als Dateien zum Ende dieses Berichtes.)

Ein ersten Höhepunkt der Tagung stellte der Vortrag von Prof. A. Hoff (undefinedFakultät Sozialwissenschaften) zum Thema Bevölkerungsalterung als Herausforderung für Sachsen, Deutschland, Europa und die Welt des 21. Jahrhunderts dar. Der Vortrag spannte einen weiten Bogen und präsentierte Daten zur Bevölkerungsdynamik auf globaler und lokaler Ebene, die die Dringlichkeit und Dimensionen einer alternden Gesellschaft enthüllten.

Prof. A. Hoff

Bezogen auf die konkreten Lebensprobleme Älterer informierte im Anschluss Herr Prof. W. Honekamp (undefinedFakultät Elektrotechnik und Informatik) anhand eigener Forschungsergebnisse über die Chancen technisch gestützten Lebens im Alter. An den Ergebnissen wurde nicht nur plausibilisiert, welche Möglichkeiten der Technisierung von Unterstützungsleistungen heute bereits gegeben sind und sich zukünftig abzeichnen. Deutlich wurde auch, dass und welche Herausforderungen damit für interdisziplinäre Forschung und Anwendung verbunden sind.

Prof. W. Honekamp
Im dritten Vortrag des Vormittags befasste sich Prof. S. Kofner (Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen sowie undefinedInstitut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung, TRAWOS) mit dem Thema Wohnen im Alter – Herausforderungen an die Immobilienwirtschaft. Dabei wurde herausgearbeitet, wie komplex und ökonomisch anspruchsvoll die Aufgabe eines altersgerechten Wohnens ist.

Prof. S. Kofner
Den letzten Vortrag hielt Frau I. Honekamp (Fakultät Management- und Kulturwissenschaften) unter dem Titel Alter, Gesundheit und Partizipation - Herausforderungen des demografischen Wandels. Frau Honekamp beschäftigte sich vor allem mit den Möglichkeiten altersgerechter Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen aus sowohl technischer wie politisch-administrativer und sozialer Perspektive. Erneut wurde herausgestellt, dass die Bearbeitung der Probleme einer alternden Gesellschaft komplexe und innovative Lösungsansätze erfordert.

I. Honekamp
Am Nachmittag fand abschließend eine von Prof. R. Kollmorgen (Fakultät Sozialwissenschaften) moderierte Podiumsdiskussion zum ThemaDie politische Gestaltung des Alterns und veränderter Generationenbeziehungen in unserer Gesellschaft – Probleme und innovative Ansätze statt. Auf dem Podium diskutierten Siegfried Deinege (Oberbürgermeister von Görlitz), Dr. Stefan Zeller (Direktor des Görlitzer Geriatriezentrums), Frau Prof. Gisela Thiele (Dekanin der Fakultät Sozialwissenschaften) sowie Frau PD Dr. Holle Grünert (Vorstandsmitglied am Zentrum für Sozialforschung Halle e.V.).

Die Diskussion, in die nach einem ersten Austausch von Argumenten auf dem Podium auch das Auditorium einbezogen wurde, kreiste rasch um Fragen der politischen Gestaltung der alternden Gesellschaft vor Ort. Was bedeutet die steigende Lebenserwartung, die massive Zunahme des Anteils Älterer und die radikale Schrumpfung der jüngeren Kohorten für das lokale gesellschaftliche Zusammenleben (wie Infrastruktur, Stadtteil- und Wohnraumentwicklung)? Welche Folgen resultieren daraus für die lokale Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung sowie Chancen der Hochschulentwicklung? Welche Akteure sind jetzt bereits und/oder in Zukunft in welcher Hinsicht wichtig? Was bedeutet die alternde Gesellschaft für die jüngeren Generationen?

Die Debatte zu diesen und weiteren Themen war lebhaft und lieferte ein weiteres Mal nicht nur den Beweis, wie brisant und herausfordernd die Problemlage ist, sondern dass die Hochschule in diesem Forschungsfeld Erkenntnisse anzubieten hat, die für die Gestaltung des gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandels hoch relevant sind. Insofern war die abschließende Podiumsdiskussion ein Plädoyer für die Intensivierung des Austausches von Forschung und Praxis.

Die Veranstaltung wurde mit Mitteln der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien unterstützt.


Kontakt:

Dipl.-Biophys. Lutz Haberland

Theodor-Körner-Allee 16

02763 Zittau

03583 61-2182

l.haberland@hszg.de

Letzte Änderung:13. Dezember 2017

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