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Ankommen in der deutschen Lebenswelt

19. Okt. 2016

Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth und Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, stellten am 6. Oktober 2016 im Berliner Café Einstein die Studie »Ankommen in der deutschen Lebenswelt. Migranten-Enkulturation und regionale Resilienz in der Einen Welt« gemeinsam mit dem Hauptautor der Studie Matthias Theodor Vogt vor. Der Kulturpolitikwissenschaftler ist Professor an der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften der Hochschule Zittau/Görlitz und leitet das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen.

 

Potentiale und Schwierigkeiten im Blick

Das Wir in Angela Merkels »Wir schaffen das!« hat einen zweifachen Fokus: die Aufnahmegesellschaft und die Aufzunehmenden. »Ankommen in der deutschen Lebenswelt. Migranten-Enkulturation und regionale Resilienz in der Einen Welt« ist deutschlandweit die erste Studie, die Potentiale und Schwierigkeiten der Kulturaneignung im Integrationsprozess untersucht und dabei beide Gruppen in den Blick nimmt.

Die russische Gerassimov-Doktrin zielt auf die Zersetzung einer Gesellschaft. (Sie wurde vom Generalstab der Streitkräfte ein Jahr vor der Krim-Besetzung publiziert und dann auf der Krim fast eins zu eins umgesetzt.) Die Studie zitiert Gerassimov um dann umgekehrt zu fragen: Welche Form kulturbasierter Politik ist in der Lage, einer Zersetzung der bundesdeutschen Gesellschaft entgegenzuwirken? Lassen sich »Vorstellungswelten« zugunsten einer gesellschaftlichen Kohäsion modellieren? Warum wird kulturbasierte Politik nicht für beides eingesetzt: für eine pro-aktive Integration von Migranten und für eine Binnen-Integration?

 

Defizite und Handlungsempfehlungen

In den politischen Verwerfungen der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ wurden strukturelle Schwächen des deutschen Staates sichtbarer. Der Leser findet eine Vielzahl von Perspektiven und Argumenten, die über die bisherige Zuwanderungsdiskussion weit hinausreichen und zeigen, welch erhebliches Theorie- und Datendefizit für die Kulturaneignungs-Prozesse vorliegt.

In einer Reihe von Handlungsempfehlungen wird aufgezeigt, wie Integration funktionieren, eine mentale oder räumliche Ghetto-Bildung vermieden werden und eine höhere Kohäsion der bundesdeutschen Gesellschaft erreicht werden könnte.

In seinem Nachwort schätzt Olaf Zimmermann ein: "Vogt liefert mit seinem Buch eine beeindruckende Materialsammlung, die aus aktuellen Anforderungen entstanden ist, aber weit darüber hinausreicht. Dieses Buch hat das Zeug ein Standardwerk zu werden, da es in der Zusammenschau der verschiedenen Disziplinen einen Überblick über die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Beschreibung kultureller Integration vermittelt."

Die Studie erscheint parallel als Doppelband 1-2 2016 des Europäischen Journals für Minderheitenfragen und als Buch im Berliner Wissenschafts-Verlag.

 

Hier finden Sie die Rede von Prof. Vogt sowie einen Auszug aus der Studie zum Herunterladen.


Kontakt:

Prof. Dr. phil. Dr. habil. Matthias Theodor Vogt

Fakultät Management- und Kulturwissenschaften

Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen

Telefon: 03581 374 - 4363

E-Mail: m.vogt@hszg.de

Letzte Änderung: 4. September 2018

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